Forderung: Bessere Perspektiven für Streifenpolizisten!

12. Februar 2015 um 09:24 Uhr

Forderung: Bessere Perspektiven für Streifenpolizisten!Streifenpolizisten, egal wo sie ihren Dienst leisten, arbeiten meist im Schicht- oder Wechseldienst. Ihre Aufgabe ist es, zumeist die ersten vor Ort zu sein, wenn etwas geschehen ist. Aber nicht nur die Strafverfolgung gehört zu ihrem Metier, sondern auch die Gefahrenabwehr und alle Verkehrsdelikte.

Sie erledigen alle Arbeiten “im ersten Angriff”, selbst wenn eine andere Dienststelle oder ein Kommissariat für die weitere Bearbeitung und Ermittlung zuständig ist. Dazu gehören auch z.B. die Spurensuche, umfassende Berichterstattung, Folgemaßnahmen, Festnahmen, Beschlagnahmen und Durchsuchungen.

Dies ist alles ist mit Gefahren verbunden, wenn Polizisten Kontakt zum Bürger haben. Wie bereits auf unserer Seite zahlreich dokumentiert, drohen ihnen Widerstand, Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, mit ansteckenden Krankheiten infiziert zu werden und anderes mehr. Auch die Einsatzbelastung ist zuletzt oft gestiegen, regional aus unterschiedlichen Gründen.

Die “Karriere” eines Streifenpolizisten beginnt nach dem Studium oft mit einer Pflichtverwendung in der Bereitschaftspolizei und anschließender Versetzung in den Streifendienst. Die Perspektiven sind dabei oft dieselben: lange Wartezeiten bei der Beförderung. Ohne eine Spezialisierung oder Versetzung in einen anderen Fachbereich gibt es kaum Chancen zum Aufstieg.

Das führt zu Frust und sinkender Motivation. Denn jeder Streifenpolizist weiß mittlerweile, dass er im Streifendienst nichts werden kann. Und sollte er dennoch mehr erwarten, muss er einen anderen Weg einschlagen, was dem Streifendienst meist fähige Beamte entzieht.

Was zuvor beschrieben wurde, dürfte vielen Polizisten im Streifendienst (oder je nach Bundesland Wachdienst bzw. Einsatzdienst) bekannt vorkommen. In Bremen hat der Einsatzdienst deswegen geschlossen eine Protestnote mit Unterschriftenliste an den dortigen Polizeipräsidenten gerichtet.

Denn der Einsatzdienst präge durch sein Auftreten das Bild der Polizei in der Bevölkerung, ist dort zu lesen. Dieses Bild ist oft ein Positives, was auch regelmäßig für Lob sorgt. In Bremen werden diese Lobesworte nur als “leere Worthülsen” angesehen, denn innerhalb der Polizei genieße der Streifendienst nur “ein sehr geringes Ansehen”.

Im Hauptkritikpunkt fehle eine Fachkarriere im Streifendienst und damit die Möglichkeit der Beförderung und besseren Bezahlung. Auch würden die Stellen im Streifendienst geringer bewertet als andere Stellen. Daher erwarte man, laut Protestnote, eine faire Bewertung und bessere Perspektiven für die Polizisten im Streifendienst.

Bremens Polizeipräsident Lutz Müller sind diese Probleme durchaus bewusst und ihm liege das Thema am Herzen. Es solle geprüft werden, ob es Möglichkeiten gäbe, an diesen Umständen etwas zu ändern. Doch schränkte er ein, dass alles auf eine Frage des Geldes hinaus laufen würde, was Bremen aber nicht habe.

Wie bereits beschrieben, dürfte vieles von dem Erwähnten auf die meisten Kollegen im Streifendienst zutreffen, egal in welchem Bundesland (oder Bund) sie beschäftigt sind. Darin eingeschlossen ist der letzte Absatz, dass man grundsätzlich nichts gegen bessere Perspektiven hat, dies aber bisher immer an den Finanzen gescheitert ist.

Nur eines würde kein Geld kosten: eine bessere Bewertung des Streifendienstes innerhalb der Polizei. Da nützt es auch nichts auf eine eventuell vorhandene “zweigeteilte Laufbahn” (Einstellung im gehoben anstatt im mittleren Dienst) zu verweisen, denn das schränkt die Beförderungsmöglichkeiten nur zusätzlich ein.