Buchtipp: “Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin” (von Tania Kambouri)

30. September 2015 at 20:39

Deutschland_im_BlaulichtDer Name Tania Kambouri dürfte insbesondere bei den Kolleginnen und Kollegen noch gut im Gedächtnis sein. Die damals 30jährige Polizistin aus Bochum schrieb im Oktober 2013 einen Leserbrief an die Mitgliederzeitschrift “Deutsche Polizei” der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Sie, die deutsche Polizistin mit griechischen Wurzeln, also selbst mit Einwanderungshintergrund, sorgte sich darum, wie Politik und Gesellschaft mit dem Thema kriminelle Migranten umgeht, aber auch, dass ihre eigenen deutschen Kollegen über dieses Thema Stillschweigen bewahren (müssen).

Ihr Leserbrief sorgte insbesondere im Kollegenkreis, und zwar bundesweit, für Aufsehen. Aber auch die Presse stürzte sich auf ihre Zeilen.

Zurecht fragte Kambouri in ihrem damaligen Leserbrief angesichts der Tatsache, dass viele strafrechtlich auffällige Migranten, überwiegend Muslime, keinerlei Respekt vor der Polizei haben: “Wie sieht die Zukunft in Deutschland aus, wenn straffällige Migranten sich (weiterhin) weigern, die Regeln in ihrem Gast- beziehungsweise Heimatland zu akzeptieren?”

Es könne nicht sein, dass Menschen, die das Grundgesetz nicht achten, sogar Parallelgesellschaften bilden, tun und lassen können was sie wollen. Aber als -deutscher- Polizist dürfe man nichts sagen, denn: “Meine deutschen Kollegen scheuen sich, ihre Meinung über die straffälligen Ausländer zu äußern, da sofort die alte Leier mit den Nazis anfängt.”

Kambouri tritt Vorwürfen, ihre Äußerungen seien Populismus und Hetze selbstbewusst gegenüber, denn sie ist selbst als Tochter griechischer Eltern zur Welt gekommen. Sie kennt beide Seiten und ist das beste Beispiel für eine gelungene Integration. Auch wenn ein Lehrer in der Schule ihr und ihrer türkischen Freundin bescheinigte, dass sie das Abi nicht schaffen würden, bewiesen beide das Gegenteil. Die Freundin wurde Lehrerin, Kambouri ergriff ihren Traumberuf: Polizistin.

“Meine Freundin und ich stehen für die große Mehrheit der Migranten und ihrer Kinder, die bestens integriert sind”, konstatiert Kambouri. Aus diesem Grunde dürfe man auch nicht die Augen davor verschließen, dass eine Minderheit sich nicht anpasse, das deutsche Recht nicht akzeptiere und ganze Stadtteile terrorisiere.

“Ich will ja genau das nicht: dass die Bevölkerung immer ausländerfeindlicher, rassistischer wird. Wir dürfen einfach nicht verschweigen, was die Realität ist, wir müssen klar und deutlich thematisieren, was die Probleme sind.”

Als Beispiel, was Kollegin Tania meint, dient ein wenige Tage vor ihrem Leserbrief erfolgter Einsatz. Ein Türke hatte die Polizei selbst gerufen. Kambouri und ihre Kollegin wurden aber sofort von dem Anrufer weggeschickt, er würde sich nicht mit “Bullenschlampen” unterhalten. Kurz darauf rief er abermals bei der Polizei an und verlangte ein rein männliches Team. Dieser Vorfall brachte das Fass zum überlaufen, was sich bereits Wochen und Monate zuvor angestaut hatte.

Was als Leserbrief begann wird nun als Buch Anfang Oktober veröffentlicht. Kambouri schrieb einen Weckruf, denn sie ist der Meinung, dass es höchste Zeit ist, dass sich etwas Grundlegendes ändert.

“Falls wir das unterlassen, uns stattdessen noch länger von Sozialromantikern und Kulturrelativisten blenden lassen oder die Probleme nur halbherzig angehen, steht unsere Gesellschaft vor einer inneren Zerreißprobe”, so Kambouri und lässt sich mit ihren Worten nicht in die Nähe von Tilo Sarrazin verorten.

Sie fühle sich dem ehemaligen Berliner Bezirksbürgermeister Buschkowsky und der früheren Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig geistig wesentlich näher. Und so mag Kollegin Tania auch nicht den Medienrummel, der durch ihren damaligen Leserbrief entstanden war und nun durch das Buch wieder entstehen wird.

Sie hatte lange überlegt, ob sie dem Buchprojekt zustimmen soll und musste sich erst mit Familie, Freunden und Kollegen beraten. Aber ihr ist das Anliegen wichtiger und sie freut sich, wenn der Rummel vorbei ist, nur auf eines: sie will weiterhin Streife fahren.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/polizistin-klagt-ueber-aggression-mehr-respekt-13825651.html

Wer einen Vorgeschmack auf das Buch haben möchte, dem sei der Leserbrief von Kollegin Tania aus dem Herbst 2013 empfohlen, der über den folgenden Link abgerufen werden kann (GdP, Deutsche Polizei, PDF, Seite 2-3):

http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/dp201311/$file/DP_2013_11.pdf

Titel: Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin
Autorin: Tania Kambouri
Verlag: Piper Paperback
Erscheinungstermin: 5. Oktober 2015
Seiten: 224
ISBN-10: 3492060242
ISBN-13: 978-3492060240
Preis: Buch 14,99 Euro / Ebook 11,99 Euro