Dank-allen-Polizisten Tag – Beitrag 6: Leserbrief: Drei kleine Geschichten aus EINER Schicht eines Polizisten aus Niedersachsen

20. September 2015 at 0:18

Philipp_3_GeschichtenVergangene Woche stellten wir in einem Beitrag die Frage, ob es zurzeit nur schlechte Nachrichten gibt, oder ob man auch noch schöne Dinge erlebt. Denn diese sind es mindestens ebenso wert erzählt zu werden, wie all die schlechten Dinge in den Nachrichten.

Daraufhin erreichte uns unter anderem dieser Leserbrief von Philipp:

Hallo liebe Kollegen,

Euer Aufruf zu einer “kleinen, positiven Geschichte aus dem Alltag” brachte mich sofort dazu, an letzte Woche zu denken.

Ich bin zurzeit auf einer kleinen Dienststelle in Niedersachsen eingesetzt und mache dort sehr gern meinen Dienst. Als sich eine Schwerpunktkontrolle ankündigte, meldete sich sofort ein motivierter Kollege, um die 8 Sonderdienststunden mit mir zu fahren.

Eigentlich ging es lediglich darum, nicht angeschnallte Verkehrsteilnehmer festzustellen, aber mein Kollege und ich wollten den Tag auch nutzen, um mit einigen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Also ließen wir unseren Streifenwagen erst einmal stehen und gingen zu Fuß durch unsere kleine Innenstadt.

Schon nach den ersten Metern fiel uns auf, dass wir erstaunlich oft gegrüßt und angelächelt wurden, bis dann eine ältere Dame stehen blieb.

“Das finde ich schön. Das gab es ja schon sehr lange nicht mehr, dass hier zwei Polizisten Streife laufen. Passen Sie bitte immer gut auf sich auf, wenn Sie auf uns aufpassen!”

Daraufhin entschlossen wir, diesem Teil unseres Tagesplans mehr Zeit zuzumessen. Kurze Zeit später, blieb ein Kleinlaster in der Innenstadt liegen. Das Fahrzeug des Blumenlieferanten verlor Öl und musste aus einer Engstelle entfernt werden. Mein Kollege und ich stemmten uns gegen das Fahrzeug, doch schafften es nicht. Daraufhin stand ein Mann in einem Straßencafé auf und half uns ungebeten, sodass wir den Laster zu dritt, mit vereinter Kraft um die Kurve schieben konnten.

Und zu guter Letzt sprach uns nach diesem Einsatz eine Gruppe Kinder an und erzählte uns, dass sie alle später zur Polizei wollen. Daraufhin holte mein Kollege aus dem Streifenwagen noch ein paar Kleinigkeiten, die er eigentlich für traumatisierte Kinder dabei hat. Diese Dankbarkeit und positive Spannung uns gegenüber war absolut toll.

Das Ganze, drei kleine, unscheinbare Geschichten, passierte uns in einer Schicht. Vielleicht liegt es an unserem kleinen, doch recht friedlichen Ort. Vielleicht ist die Welt aber auch gar nicht so schlecht, wie sie manchmal scheint.

Wäre sie das nur noch, könnte ich meinen Job wahrscheinlich auch nicht mehr mit so viel Freude machen.

Philipp