Lübecker Polizei stellt Präventionsarbeit aufgrund Überlastung ein

21. September 2015 at 15:00

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Überlastete Polizei stellt Prävention ein (Bild: dpa via LN Online)

Die Lübecker Polizei (Schleswig-Holstein) steht personell am Ende ihrer Kräfte und ist daher gezwungen, die bisherige Präventionsarbeit zum 1. Oktober einzustellen.

9 Beamte waren bislang für diese Aufgabe eingeteilt und klärten u. a. Kinder über die Gefahren des Straßenverkehrs auf oder warnten vor Drogen- und Alkoholkonsum in Form von Beratungen und Vorträgen.

Da die Polizei Lübeck aufgrund der ankommenden Flüchtlinge sämtliche Kräfte für diese neue Aufgabe benötigt, bleibt personell keine Möglichkeit, die bisherige Prävention weiter durchzuführen.
Es handele sich, so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörn Löwenstrom, um eine „komplette Überlastung“. Auch der geplante Abbau von 282 Stellen bis zum Jahr 2019 passe nicht zur momentanen schwierigen Situation, in der sich die Polizei befindet.

Ebenso sei es fraglich, ob die ausgesetzten Präventionsmaßnahmen zeitlich begrenzt sind oder ob sie auch in den nächsten Jahren nicht mehr stattfinden können, da auch in Zukunft die Menschen aus Krisengebieten fliehen werden.

„Die Behördenleiter haben vor acht Wochen gesagt, dass die Polizei am Rande ihrer Kapazitäten ist. Jetzt kommen täglich Flüchtlinge“, so Löwenstrom – einziger Lichtblick sei es jedoch, dass es in Lübeck friedlich zugeht und die Polizei nicht noch zusätzlich mit Unruhestifter, wie in Sachsen, zu tun hat.

Gegenstimmen zur geplanten Einstellung der Prävention kommen einerseits von der Vizepräsidentin der Landesverkehrswacht, Elisabeth Pier, die befürchtet, dass es bei der fehlenden Verkehrserziehung von Kindern zu erhöhten Unfallzahlen kommen könnte.

Weitere Gegenstimmen kommen aus dem Bereich der Politik, die die Landesregierung für diese Zustände verantwortlich macht. Parteiübergreifend sind sich viele der Politiker einig, dass diese Sparmaßnahmen der Polizei ein Ende haben müssen und dass eine langfristige Einstellung der notwendigen Präventionsarbeit nicht hinzunehmen sei.

http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Ueberlastete-Polizei-stellt-Praevention-ein

Prävention, eigentlich die Königsdisziplin der Polizei, da hier das Sicherheitsgefühl der Bürger gesteigert und Kriminalität überhaupt erst verhindert wird, ist erstes Opfer der Sparmaßnamen und der Überlastung.

Es verwundert sehr, dass hier noch weiter darüber diskutiert wird und nicht endlich mal Maßnahmen und Entscheidungen getroffen werden um diese unhaltbare Situation beenden.

Die Politik lädt zum Gesprächstee ein, anstatt zu handeln…

Bild: dpa via LN online