Nach 31 Jahren taucht vermeintliches Mordopfer lebend auf

29. September 2015 at 1:44

Mordopfer_lebt

Foto: Securitel/ZDF/Screenshot Youtube

Am 26. Juli 1984 war die damals 24-Jährige Studentin im Bereich Braunschweig/Wolfsburg spurlos verschwunden.
Selbst eine Fahndung am 11.Januar 1985 in der Sendung “Aktenzeichen XY-ungelöst” ergaben keine weiteren Erkenntnisse. Auch die umfangreiche Suchmaßnahmen führten nicht zum Auffinden von Petra P.

Die Polizei ging daraufhin von einem Tötungsdelikt aus und leitete entsprechende Ermittlungen ein. Dieser Verdacht wurde dadurch erhärtet, da ein Mädchen bereits ein Jahr zuvor in einem Waldstück bei Hattorf getötet worden war. Der Täter dieses Mädchen gestand auch die Tat an Petra P der Wolfsburger Polizei. Allerdings fand man keine Leiche, wie im anderen Fall.

Schließlich wurde Ende 1989 die Studentin offiziell für tot erklärt.

Am 11. September diesen Jahres kam es bei einem Wohnungseinbruchs in Düsseldorf zur Befragung der Nachbarschaft, darunter auch Petra P. Da sie sich nicht ausweisen kann und seltsam reagiert, gesteht sie dann schließlich, dass sie die seit 31 Jahren vermisste Studentin sei.
Sofort machen sich zwei Ermittler der Braunschweiger Kriminalpolizei auf den Weg und vernahmen die tot geglaubte Person und stellten tatsächlich fest, dass es sich um die Langzeitvermisste handelte.

Die heute 55-Jährige hatte ihr verschwinden bestens geplant. Sie lebte in verschiedenen Städten unter falschen Namen. Damals hatte sie bereits eine Wohnung in Gelsenkirchen gemietet und Geld zur Seite gelegt. Sie hatte beschlossen keine Koffer mitzunehmen, damit alles so aussehen sollte, als ob ihr was zugestoßen sei. Zu den Motive ihrer geplanten und gelungen Flucht schweigt sie.

Die Nachricht damit sie am Leben ist, haben ihre Mutter und ihr Bruder völlig aus der Bahn geworfen. Ihr Vater ist mittlerweile verstorben. Einen Kontakt zu ihren Angehörigen möchte sie dennoch nicht. Diese haben ihr nun einen Brief geschrieben, denn die Polizei ihr übergeben wird. Sie versuchen ein wenig zu vermitteln, mehr können sie auch nicht tun.

Nun muss sie vom Amtsgericht Wolfsburg wieder für lebend erklärt werden, dann kann sie einen Ausweis beantragen und wieder ein ordnungsgemäßes Leben führen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11554/3130790

http://www.welt.de/vermischtes/article146858353/Wie-sich-Petra-P-31-Jahre-lang-totstellen-konnte.html

Irgendetwas hat sie auf jeden Fall dazu bewegt all die lange Zeit diese leben zu führen. Ein Versteck spielen und hoffen das einem niemand erkennt. Erstaunlich das es 31 Jahre lang funktioniert hat, das kein Vermieter oder Arbeitgeber einen Ausweis verlangte. Doch auch für die Polizei ein schönes Ende dieser Akte. Es dürfte doch selten vorkommen, dass nach so langer Zeit eine vermisste und tot geglaubte, wieder lebend auftaucht.
Wir wünschen Petra P. dass sie wieder zurück in ein normales Leben findet.