Sparzwang bei der Polizei, Flüchtlingswelle, Versagen der Politik und die Auswirkungen Teil 2

22. September 2015 at 21:55

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3 Ansichten: der Polizist, die Angehörige eines Polizisten, die Bürgerin

Teil 2 von 4: Die Angehörige eines Polizisten

Für mich ist diese Situation nicht fremd, da ich selber Soldat war und nun auch Partnerin eines Polizisten bin.

Die Situation, die nun auf viele Familien zukommt, ist oft beängstigend und die Sorgen um den Partner steigen stetig. Besonders betroffen sind diejenigen Familien, in denen die Polizisten, der Mann, die Frau, der Vater, die Mutter, der Bruder, die Schwester, der Sohn, die Tochter nun für Wochen oder sogar Monate an die Grenzen versetzt werden und das auf unbestimmte Dauer.

Was bleibt zurück? Nicht nur die Sorge, dass etwas passieren könnte, die Situation umschlägt und es zu Ausschreitungen mit Verletzten kommt, sondern auch die Tatsache, dass man von jetzt auf gleich mit allem alleine da steht.

Der eigene Job, der Haushalt, Kinder und alles, was man vorher gemeinsam gemeistert und organisiert hat, muss nun in Eigenregie erfolgen. Es ist zu stemmen und die Meisten werden diese neue Herausforderung auch bewältigen – mal mehr, mal weniger gut.

Zusätzlich muss man sich dann aber auch noch mit Sprüchen herumschlagen, nach dem Motto „das habt ihr euch doch selber ausgesucht, also beschwert euch jetzt nicht“ – Sprüche bei denen man einfach nur noch die Wut bekommt.

Sucht man sich das wirklich aus? Ich denke nicht, denn in der Regel sucht man sich nicht den Beruf mit einem Menschen aus, sondern einen Menschen, der nun einmal einen gewissen Beruf hat. Einige sind gefährlich und jeder weiß auch, dass jeden Tag im Dienst etwas passieren kann, aber diese Sache bestimmt nicht den Alltag und darf es auch nicht.

Aber was ist nun? Eine völlig neue Situation, mit der nicht nur die Polizei überfordert ist, sondern auch die Regierung offenbar nicht mehr weiß, was sie machen soll. Eine völlige Planlosigkeit von oben, die nach unten weiter gereicht wird und somit auch irgendwann bei den Angehörigen ankommt und auch Unsicherheit und ein wenig Angst hervorruft.

Es macht einen irgendwie nur noch wütend, wie die Menschen, die für die Sicherheit dieses Landes sorgen, regelrecht verheizt werden und somit auch die Familien unter einer enormen Belastung zu leiden haben. Und anstatt, dass nun der Staat für seine Bürger eintritt und dieser Überbelastung entgegenwirkt, wird es nur noch schlimmer gemacht.

Für mich bleibt nur noch ein Gedanke, den ich noch schreiben möchte:

Was passiert denn mit den Beamten, die zur Zeit mit unzähligen Überstunden über Monate verheizt werden? Das was nicht zu vermeiden ist – sie werden krank und fallen einerseits beruflich aus und ebenfalls auch zu Hause und müssen dort von den Angehörigen wieder aufgefangen werden, die aber aufgrund der Situation selber unter einer Dauerbelastung leiden.

Ist das der Plan in der heutigen Zeit? Ernsthaft…?

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Alle Beiträge dieser Reihe:

Teil 1: Der Polizist

Teil 2: Die Angehörige eines Polizisten

Teil 3: Die Bürgerin

Teil 4: Fragestellung und Einladung zur Diskussion