Nach Ausschreitungen bei Drittligaspiel: Hansa Rostock entschuldigt sich bei Polizei für Banner

1. Oktober 2015 at 16:07

Rostock_Banner

Bild: uisf.de via faszination-fankurve.de

Am vergangenen Mittwoch war es beim Drittligaspiel Hansa Rostock gegen 1. FC Magdeburg zu Ausschreitungen gekommen. Bereits bei der Anreise hatten unbekannte Täter einen Zug großflächig mit präparierten Feuerlöschern besprüht. Außerdem wurde ein Zug mit Gegenständen beworfen, so dass zwei Scheiben zu Bruch gingen.

Während der Partie wurde im Stadion Pyrotechnik gezündet, die das Stadion in Qualm hüllten, so dass das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden musste.

Nach dem Spiel zogen etwa einhundert gewaltbereite “Fans” von Hansa Rostock am neuen Polizeizentrum vorbei und bewarfen das Gebäude mit Steinen. Die Fassade und eine Fensterscheibe wurden hierbei beschädigt. Bei dem Drittligaspiel waren 1.300 Polizisten aus verschiedenen Bundesländern und der Bundespolizei eingesetzt.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108765/3130042

Nun entschuldigte sich der Verein bei der Polizei. Allerdings weniger für die Ausschreitungen der sogenannten “Fans”, sondern für ein Banner, welches bei der Choreographie anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Fanatics Rostock gezeigt wurde.

Auf diesem war der Spruch “Legal, illegal, scheißegal” zu lesen und es war ein “Fan” der Fanatics Rostock abgebildet, der einen Polizisten mit einem Schlag niederstreckt (siehe Bild).

Aufsichtsrat und Vorstand von Hansa Rostock trafen sich deswegen und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Neumann äußerte sich wie folgt: “Wir möchten uns in aller Form bei den Beamtinnen und Beamten der Landespolizei und beim Innenminister für das nicht genehmigte Banner entschuldigen, das dennoch aufgehängt worden ist. […] Zahlreiche Stadionbesucher und Sponsoren haben sich gemeldet, die darüber und über das gesamte Auftreten einiger sogenannter Fans entsetzt waren.”

http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Hansa-Rostock-entschuldigt-sich-bei-der-Polizei&folder=sites&site=news_detail&news_id=10956&gal_id=974&bild_nr=1

Starke Worte des Vereins, aber es sind eben nur Worte. Nach der Entschuldigung wird man sicher wieder zum Tagesgeschäft übergehen und im Endeffekt passiert nichts.

Schon alleine die Tatsache, dass bei einem Drittligaspiel 1.300 Polizisten eingesetzt werden müssen belegt die Tatenlosigkeit von Verein und Fanclubs, die nicht in der Lage sind, außer in Form von Worten sich von diesen Gewalttätern zu distanzieren und diese wirksam auszugrenzen.

Dass auf dem Rücken des abgebildeten Polizisten die Nr. 1312 steht, wird bei Faszination Fankurve geflissentlich übersehen. Man ist den Fans, und damit allen Fans, auch den gewaltbereiten, offenbar näher, als zuzugeben, dass neben dem imaginären Schlag gegen den Polizisten auch noch die Abkürzung für “All Cops Are Bastards” zu finden ist. Beleidigung hin oder her, so etwas hat an dieser Stelle einfach nichts zu suchen.

Die Gewalt, die am Rande von Hansa Rostock Spielen immer wieder festzustellen ist, zeigt nur eines: die Hools und Ultras bestimmen das öffentliche Bild des Vereins. Und da hier keine Konsequenzen folgen, wird das auch weiterhin so bleiben. Das Bild eines Vereins, dass durch Gewalt bestimmt wird. Was hat das noch mit Sport zu tun?!