Vorsicht Wildwechsel! Wir geben Tipps

5. Oktober 2015 at 19:57

WildunfallDie Tage werden dunkler und nebliger und das alleine erfordert schon mehr Aufmerksamkeit von den Verkehrsteilnehmern. Aber noch eine Gefahr kommt gerade jetzt im Herbst hinzu: Wildwechsel.

Egal, ob Rehe, Wildschweine oder Füchse, die Tiere des Waldes gehen nun auf Nahrungssuche, um sich das nötige Winterfett anzufressen und kreuzen vermehrt die Straßen. Da sich die Tiere mittlerweile vermehrt an die Präsenz von Menschen und auch an die Geräusche, die der Mensch verursacht, gewöhnt haben, scheuen sie auch nicht mehr davor zurück, in bewohnten Gebieten plötzlich auf der Straße zu stehen.

Aber wie verhält man sich richtig?

Nicht nur in Waldgebieten und Senken sollte man vorsichtig und vorausschauend fahren. Diese beiden Punkte sollte man zwar generell beachten, denn sie dienen immer der Unfallvermeidung. Aber das Wild sieht man unter Umständen erst spät, besonders, wenn es dunkel und zudem nebelig ist.

Sieht man plötzlich zwei helle Punkte im Dunkeln oder man sieht bereits das Wild am Straßenrand oder mitten auf der Straße stehen, heißt es: abbremsen, abblenden und hupen. Hat man noch genügend Zeit zum Reagieren, muss man notfalls auch stehen bleiben, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Kann man einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, dann das Lenkrad festhalten und so lenken, dass man auf der Straße bleibt. Und auch wenn es schmerzlich ist: draufhalten.

Es bringt nichts, plötzlich auszuweichen und dann unkontrolliert im Graben oder im Baum zu laden. Das rettet vielleicht das Tier, aber man begibt sich und seine Fahrzeuginsassen unnötig in Gefahr. Zudem kann die Versicherung dann eine Erstattung des Schadens ablehnen.

Bei einem Wildunfall gelten ansonsten die üblichen Regeln, die bei Unfällen generell gelten. Das heißt, Warnblinklicht einschalten, Unfallstelle absichern, bei geringem Schaden beiseite fahren. Wer den Jagdberechtigten oder Jäger kennt, kann diesen selbst anrufen. Ansonsten heißt es: Notruf absetzen.

Was man auf keinen Fall tun sollte: zu dem verletzten Tier hingehen und nachschauen. Das Tier ist, wenn es noch lebt, nun mit Adrenalin voll gepumpt und könnte unvorhergesehen und aggressiv reagieren.

Für die Abrechnung mit der Teilkasko-Versicherung (soweit vorhanden) wird gewöhnlich eine Wildunfallbescheinigung benötigt, in der dokumentiert wird, mit welchem Tier die Berührung stattfand und ob entsprechende Spuren am Fahrzeug vorhanden sind. Diese Bescheinigung kann der Jäger oder die Polizei ausstellen. Teilweise werden für die Ausstellung der Wildunfallbescheinigung Gebühren von bis zu 20 Euro fällig.

Übrigens: Wildwechsel kann auch dort stattfinden, wo nicht mit einem Schild am Straßenrand davor gewarnt wird. Daher kann man sich bei Fehlen eines solchen Schildes auch nicht damit heraus reden.

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