Die Polizei im Blickpunkt der Öffentlichkeit

27. Dezember 2015 at 23:13

Die Polizei im Blickpunkt der ÖffentlichkeitKaum eine andere Berufsgruppe steht so im Blickpunkt der Öffentlichkeit wie die Polizei. Zum einem, wenn es um die Sicherheit und Ordnung für die Bürgerinnen und Bürger geht, aber auch in der Eigenschaft als Vorbildfunktion.

Doch diese Vorbildfunktion zeigt sich in der letzten Zeit von einer anderen Seite. Die Menschen reagieren unterschiedlich und decken, in ihren Augen, Fehlverhalten auf. Im Zeitalter von Smartphones und Internet ist das schnell geschehen. Ohne zu hinterfragen wird eine Situation mal schnell fotografiert oder ein Kurzvideo gedreht.

Anschließend wird das Ganze gleich hochgeladen und schon ist es in Sekunden geteilt und löst einen Shitstorm aus. Eigentlich ist das Fotografieren und Filmen nur bedingt gestattet, auch hierzu gibt es gesetzliche Reglungen, die kaum einer kennt oder beachtet.

Uns geht es aber darum was mit diesen Medien ausgelöst wird. Sind sich die Menschen bewusst, die sie veröffentlichen, dass man nur das sieht was zu gesehen werden soll? Keiner hinterfragt den Grund und den Umstand der dazu geführt hat und viele vergessen, dass auch Polizisten/innen Menschen sind.

Alle sollten sich zuerst einmal fragen, ob sie selbst fehlerfrei sind. Handelt nicht jeder Mal aus einem Instinkt heraus und weiß erst hinterher, dass es ein Fehler war? Warum sollte es dann den Beamten/innen nicht auch einmal passieren?

Ihnen wird das nicht eingeräumt, es wird dann nicht nur über die vielen negativen Kommentare gezeigt, dass es falsch war, nein, es gibt auch noch einen riesen Stress mit den Vorgesetzten. Manchmal sogar bis hin zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

Ist es wirklich Absicht, die Polizisten/innen so für einen (vielleicht auch nur vermeintlichen) Fehler zu bestrafen? Wie wäre es denn gelaufen, bevor jeder ein Smartphone in der Tasche griffbereit hatte? Hätte man da nicht das Gespräch gesucht und auf dem Missstand hingewiesen, sofern es überhaupt einen gab?

Oft stellt sich nämlich im Nachhinein heraus, dass das Bild oder das Video, Teil eines rechtmäßigen Einsatzes war. Sollte dies dennoch nicht der Fall gewesen sein, ein Appell an alle:

Bitte beim Fotografieren daran denken, es sind Menschen in Uniform, Menschen wie Du und Ich!

Behandle Polizisten/innen nicht anders als Du es Dir selbst wünschst und stellt Euch alle dabei vor wie es wäre, wenn IHR an dieser Stelle auf einem Bild oder Video zu sehen sein würdet.

Würde es Euch gefallen, so vorgeführt zu werden?

Damit wir nicht falsch verstanden werden: gab es tatsächlich ein offensichtliches Fehlverhalten eines Polizisten, kann das dokumentiert werden. Der richtige Weg ist es aber, dieses Material dem Vorgesetzten zu geben, damit er das tun kann, wozu er da ist. Nämlich seinen Mitarbeitern dieses Fehlverhalten aufzeigen und notfalls auch rechtliche Schritte einleiten.

Youtube, Facebook und Co. sind der falsche Weg!

Die Presse und einige Journalisten berichten schon ausreichend über Fehlverhalten der Polizei, muss es jetzt der oftmals unbeteiligte Bürger/in auch noch tun? Diese Frage könnt Ihr Euch nur selbst beantworten!

Vielleicht denkt Ihr mal darüber nach. Vielen Dank!