Dienst, immer gleich und doch immer wieder anders

21. Dezember 2015 at 17:51

Dienst immer gleichGerade jetzt in dieser dunklen Jahreszeit kommt es öfters zu Einsätzen die Fingerspitzengefühl erfordern. Bei der die menschliche Seite mehr gefordert wird, als die polizeiliche.

Jahreszeit bedingt geschehen mehr Unfälle durch unangepasste Fahrweise, aber viele Menschen sind jetzt auch deprimierter und einsamer, zumindest fühlt es sich so für sie an.

So kommt es zu Vorfällen bei denen Menschen ihre suizidalen Gedanken äußern, Androhungen durchgeben, Drogen unkontrolliert zu sich nehmen und Hilfe suchen. Einige greifen zum Telefon und wählen den Notruf der Polizei, als Hilferuf oder auch weil sie Angst haben und nicht alleine sterben wollen.

In anderen Situationen legen sie es auf einen Suicide by Cop an. In den meisten Fällen muss in aller Kürze sehr besonnen und bedacht gehandelt werden. Oft mit dem Risiko sich teilweise selbst in Gefahr zu bringen bzw. mitten in der Gefahr zu sein.

Adrenalin, das in Sekunden von 0 auf 100 ist, jeder unüberlegte Schritt kann ein Fehler sein. Hier kann man als Polizist/in noch so gut darauf vorbereitet und geschult worden sein, die Lage ist doch immer eine andere.

Das gegenüber kann anderes reagieren und sich anderes verhalten. Selbst wenn man den Suizid verhindern konnte, bleibt ein gewisses Maß an Zweifel zurück. Solche Vorfälle können manchmal noch sehr lange im Gedächtnis und im Gefühlsleben bleiben.

Darüber reden und es mit Kollegen verarbeiten ist oft nicht möglich, da der Dienst weiter geht. Meist wartet der nächste Fall schon und nach Dienstschluss ist jeder froh und tritt seinen nach Hause weg an. Die Beamten, die einen Suizid verhindert haben oder auch manchmal zu spät kamen, fahren mit ihren Gedanken oft alleine nach Hause.

Dort ankommen, kommen auch diese Gedanken an das Erlebte wieder zurück. Jetzt wäre es wichtig, wenn jemand zuhören könnte und hilft, das Geschehene zu verarbeiten. Manchmal ist es auch Hilfreich einen andere Sichtweise zu bekommen.

Leben die Beamten jedoch alleine, müssen sie Wege finden um damit klar zu kommen. Manchmal verändern sie sich und manchmal merken die Kollegen nichts oder können es gar nicht bemerken. Sie rechnen nicht damit, dass der Kollege oder die Kollegin nicht damit zurecht kommt. So kann es passieren, das er/sie ein Leben gerettet hat und ihre eigenes jetzt ins Wanken geraten ist.

Gerade jetzt und in dieser dunklen Jahreszeit ist das Menschliche auch unter den Kollegen gefragt. Das Miteinander und auch mal nach Feierabend noch ein Gespräch führen, ansprechen, womit man sich beschäftigt, kann für viele Hilfreich sein.

Ein Miteinander, dass eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber immer seltener selbstverständlich ist. Denn Machtkämpfe und Ruhm wegen Beförderungen werden groß geschrieben.

Ist Mobbing auf Dienststellen und sogar schon während der Ausbildung Alltag geworden? Und das in einem Beruf, der eh schon vollen Einsatz fordert und oft an die Grenzen der Menschlichkeit geht.

Hier sind nun öfters die Familien zu Hause gefordert und sie leisten, oder versuchen, Hilfe und Unterstützung zu leisten. Doch die ist manchmal auch nur begrenzt möglich.

Also könnte man abschließend feststellen, dass jeder mithelfen kann. Die Zeiten haben sich geändert und die Menschen sind egoistischer geworden. Doch ist es immer noch so, dass sich miteinander und gemeinsam viel besser Probleme lösen lassen und schlimmeres verhindern werden kann.