Polizisten geraten in Bremen in Hinterhalt

21. Dezember 2015 at 17:48

Polizei Bremen HinterhaltVorgestern Abend ist eine Streifenwagenbesatzung in einen Hinterhalt geraten. Eine Gruppe von etwa 40 Personen, die offenbar den Ultras der örtlichen Fußballszene zugerechnet werden, waren in Bremen zu Fuß unterwegs.

Die Gruppe zündete Bengalos und skandierte lautstark “Free Valentin” und “ACAB”. Als sich ein Streifenwagen näherte, rannte die Gruppe sofort auf den Streifenwagen los. Das Fahrzeug wurde sogleich mit Flaschen, Bengalos und Böllern beworfen.

Einer aus dieser Gruppe zog eine Pistole und drückte ab. Die Leuchtstoffrakete flog in Richtung Streifenwagen, schlug kurz vor dem Fahrzeug auf den Boden auf und explodierte.

Anschließend holte der aggressive Mob mehrere Tüten hervor, in denen sich offenbar hierfür zurecht gelegte Pflastersteine befanden. Mit diesen Pflastersteinen und mit in den Jacken- und Hosentaschen mitgeführten faustgroßen Steinen, bewarfen sie gemeinsam den Streifenwagen.

Einer der Polizisten im Streifenwagen stemmte sich mit beiden Beinen gegen die geborstene Windschutzscheiben, um das Eindringen der Angreifer oder der Steine zu verhindern.

Erst, als sich ein zweiter Streifenwagen näherte, ließen die Angreifer vom Dienstfahrzeug ab und flüchteten.

Die beiden Polizisten im angegriffenen Streifenwagen, 31 und 25 Jahre alt, blieben äußerlich unverletzt. Der Streifenwagen wurde so stark beschädigt, dass er nicht mehr fahrbereit war.

Bremens Polizeipräsident Lutz Müller fand für diesen Angriff auf seine Kollegen scharfe Worte:

“Das Maß ist voll.

Wer noch immer eine Gruppierung hofiert, die schwerste Straftaten begeht, die Menschenleben gefährdet und sich dabei auf eine politische Gesinnung beruft, wird selbst zum Brandstifter.

Ich erwarte deutliche Worte und Reaktionen aller verantwortlichen Parteien und Fraktionen. Wir werden uns dadurch nicht verunsichern lassen.”

http://www.polizei.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen09.c.26235.de#076315

Es ist schon traurig mit anzusehen, wie die Polizei zum Spielball irgendwelcher Ideologien wird und dass der Polizeipräsident als Dienstherr der Politik sagen muss, was er jetzt erwartet.

Wir wünschen den Kollegen, dass sie gut betreut werden um diesen beklemmenden Vorfall, der auch ganz anders hätte ausgehen können, zu verarbeiten.