Reichsbürger stellen Polizei auf Geduldsprobe

3. Dezember 2015 at 14:02

Reichsbürger GeduldsprobeSelbsternannte Reichsbürger sorgen immer wieder für Einsätze der Polizei. Dabei lehnen sie die BRD, wie auch deren Staatsorgane ab und verweilen in Zeiten des Deutschen Reiches, wobei je nach Gruppierung dem Reich von 1937 oder 1914.

So hatte die Autbahnpolizei Gau-Bickelheim (Rheinland-Pfalz) gestern gleich zweimal mit solchen Reichsbürgern zu tun und die Geduld der Kollegen wurde hart auf die Probe gestellt.

Auf der A63 bei Göllheim fiel der Streife ein Pkw auf, dessen Kennzeichen falsch herum – also kopfüber – montiert waren. Auf eindeutige Anhaltezeichen reagierte der 54jährige Fahrer zunächst nur mit Kopfschütteln, bis er den Beamten dann doch auf einen Parkplatz folgte.

Die Herausgabe von Ausweisdokumenten und Fahrzeugpapieren verweigerte er, mit dem Hinweis, dass die BRD nicht existiere und er daher die Autorität deutscher Beamter nicht anerkenne. Und die Kennzeichen seien deshalb kopfüber montiert, weil die Aliierten alles auf den Kopf stellen würden.

Als der Fahrer sich nach einer sehr langen Diskussion nur anhand eines “deutschen Staatsangehörigenausweises” legitimieren wollte und daraufhin die Weiterfahrt untersagt wurde, rückte er dann doch seinen Führerschein heraus und montierte die Kennzeichen richtig herum. Nun konnte er seine Fahrt fortsetzen.

Nur wenig später geriet der nächste Reichsbürger in eine Kontrolle, diesmal auf der A61 bei Bad Kreuznach. Der 39jährige Fahrer gab an grundsätzlich keine Papiere mitzuführen.

Im Polizeibericht heißt es weiter:

“Außerdem werde die Bedeutung des Personalausweises total überbewertet, denn wie das Wort “Personal” schon klarstelle, sei es nichts weiter als ein Firmenausweis der “Deutschland-GmbH”. Angaben zu seiner Person verweigerte der Mann, weil er bezweifelte, dass er es mit echten Polizisten zu tun habe, denn Uniformen, Waffen und Streifenwagen könne schließlich jeder einfach bei einer bekannten Auktionsplattform ersteigern.”

Über den Halter des Fahrzeugs, dem Chef des Fahrers, konnten dann die richtigen Personalien ermittelt werden. Der Chef war über den Anruf der Polizisten wenig erfreut, da das nicht das erste Mal gewesen sei.

Beide Reichsbürger bekamen eine Anzeige wegen der Verweigerung ihre Personalien anzugeben. Zudem wurden die jeweiligen Führerscheinstellen informiert, um die Geeignetheit der Fahrer zu überprüfen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117706/3191477

Da kann man nur den Kopf schütteln…

Danke an Andreas für den Hinweis.