Ärzte und Polizei: Ohne medizinische Unterstützung geht es nicht

7. Januar 2016 at 0:01
Ärzte und Polizei

Bild: svz.de

Bei der täglichen Arbeit der Polizei ist die Unterstützung von Ärzten regelmäßig von Nöten und das ist keine Selbstverständlichkeit, denn eine Verpflichtung gibt es dabei nicht, außer bei medizinischen Notfällen.

In Hagenow (MV) dankte die Polizei dem Arzt Dr. Frank Bosselmann , bei dem die Kollegen immer anfragen können und auch seit Jahren regelmäßig Unterstützung erhalten.
Das ist nicht immer der Fall, denn Ärzte können die Anfrage der Zusammenarbeit auch ablehnen, was auch des Öfteren vorkommt, denn die Aufgaben sind manches Mal nicht ganz einfach.

Zu folgenden Bereichen werden Ärzte von der Polizei angerufen und um Mithilfe gebeten:

👉 Blutentnahme: die Blutentnahme erfolgt bei einem positiven Atemalkoholtest oder auch bei Verdacht auf Drogenkonsum. Denn in bestimmten Fällen ist nur die Auswertung der Blutergebnisse ist auch vor Gericht verwertbar. Da die Polizei in der Regel keine eigenen Ärzte hat, ist sie dabei auf Ärzte der Region angewiesen und das ist manchmal nicht angenehm, wenn der Patient sich wehrt, aggressiv ist und sogar fixiert werden muss.

„Das macht nicht jeder mit und von daher sind wir heilfroh, dass wir in der Hagenower Region Ärzte haben, auf die wir uns wirklich verlassen können. Und in Sachen Zusammenarbeit steht Dr. Frank Bosselmann ganz oben auf unserer Dankesliste“, erklärt Revierchef Uwe Mathews.

👉 Leichenschau: Das kommt in einigen Gegenden zum Glück nicht zu oft vor, doch wenn es um einen Todesfall geht und die Todesursache muss bescheinigt werden, benötigt die Polizei auch hier ärztliche Unterstützung. „Dann brauchen wir einen Mediziner, der uns hilft, die Todesursache festzustellen. Und wenn klar ist, dass es sich um einen nicht natürlichen Tod handelt, kommen meist die Staatsanwaltschaft und Obduktion ins Spiel.“

In Hagenow unterstützen in dem Fall auch regelmäßig die Mediziner der Notaufnahme des Krankenhauses und werden von den Kollegen vor Ort abgeholt und auch wieder zurück gebracht.

👉 Gewahrsamsnahme: In manchen Fällen muss seitens eines Arztes geprüft werden, ob ein Arrestant aus gesundheitlichen Gründen überhaupt in Gewahrsam genommen werden kann oder ob eine Gefährdung vorliegen könnte.

Auf die Frage was passieren würde, wenn die Polizei keinen Arzt finden kann, sagt Revierchef Mathews: „Dann suchen wir solange, bis wir einen finden. Zum Einsatz verdonnern können wir aber niemanden, auch nicht beim Verdacht einer Straftat.“

http://www.svz.de/lokales/hagenower-kreisblatt/ohne-hilfe-von-aerzten-waere-die-polizei-aufgeschmissen-id12357196.html