Gefährlicher Jahreswechsel: Fünf Meldungen, einige verletzte Polizisten und ein versuchtes Tötungsdelikt

5. Januar 2016 at 2:07

Gefährlicher JahreswechselGestern hatten wir bereits über verletzte Polizisten in Hagen und Berlin berichtet, die zum Jahreswechsel mit Silvesterraketen und Böllern beworfen wurden.

Bei den folgenden fünf Meldungen war nicht unbedingt eine Silvesterfeier Anlass für das Einschreiten der Kollegen und es war auch nicht immer Pyrotechnik im Spiel, aber sie geschahen an Silvester oder Neujahr.

Gefährlicher Jahreswechsel in Weimar, Krefeld, Zürich, Köln und Dortmund:

———————-

1. Polizist in Weimar mit Schreckschusspistole verletzt

Als Polizisten am Silvestermorgen einen Mann kontrollieren möchten flüchtete dieser zunächst. Die Beamten konnten den Mann aber einholen und stellen.

Während der anschließenden Personenkontrolle scharten sich weitere Männer um die Beamten, bedrohten diese mit Schreckschusspistolen und schossen mehrfach damit auf die Polizisten.

Hierdurch und durch einen Schlag auf den Kopf wurde ein 26jähriger Polizist verletzt. Auch wenn die Männergruppe zunächst flüchten konnte, gelang im Rahmen der weiteren Ermittlungen die Festnahme zweier Beteiligter durch eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes Thüringen.

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/blaulicht/detail/-/specific/Polizist-in-Weimar-durch-Schuesse-aus-Schreckschusspistole-verletzt-857119685

2. Versuchtes Tötungsdelikt durch Messerangriff in Krefeld, drei Polizisten zum Teil schwer verletzt

Am Abend des Silvestertages bedrohte ein junger Mann seinen Vater auf offener Straße mit einem Messer. Als herbeigerufene Polizisten eintrafen, bedrohte der 26jährige die Beamten mit dem Messer.

Aufforderungen, das Messer fallen zu lassen, ignorierte der Mann. Ebenso hatten die Androhung des Einsatzes von Pfefferspray und der Schusswaffe keine abschreckende Wirkung auf den Angreifer.

Als die Polizisten Pfefferspray einsetzten, zeigte dies keine Wirkung. Da der junge Mann immer noch auf die Beamten zuging und hierbei das Messer in seiner Hand hielt, gab einer der Polizisten einen Schuss ab, der den Angreifer jedoch verfehlte.

Dann stach der Mann einem Beamten mit dem Messer in den Nacken und verletzte ihn dabei schwer. Anschließend gelang die Festnahme, bei der sich der Angreifer stark widersetzte.

Während der Festnahme wurde ein Polizist durch Schnittverletzungen, ein anderer durch Prellungen verletzt. Der Angreifer, der offenbar unter Drogeneinfluss stand, kam in eine Fachklinik.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld beantragte Haftbefehl gegen den Täter wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/50667/3215201

3. Angriff auf Polizisten in Zürich, zwei beschädigte Streifenwagen

In Zürich hatte eine Gruppe Männer eine Telefonzelle in Brand gesetzt und sie waren gerade dabei mit Feuerwerk das Gebäude einer Fastfoodkette zu beschädigen.

Die eintreffenden Polizisten sahen sich einer Gruppe von 50 Personen gegenüber, von denen 10-20 die Beamten mit Flaschen, Steinen und Feuerwerk attackierten.

Die Polizisten setzten Reizstoff ein, musste aber vor der zahlenmäßig überlegenen und höchst gewaltbereiten Gruppe den Rückzug antreten.

Erst mit Unterstützungskräften und unter Einsatz von Gummischrot konnte anschließend die Situation bereinigt werden. Festnahmen gab es keine, da die Gewalttäter unerkannt in der Menge untertauchen konnten.

Die Stadtpolizei Zürich kam zu folgendem Fazit: “Nur mit viel Glück wurde niemand von den Einsatzkräften verletzt.”

https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/stadtpolizei_zuerich/medien/medienmitteilungen/2016/januar/durchzogene-bilanz-der-silvesternacht—zeugenaufruf.html

4. Polizisten in Köln mit Schusswaffe bedroht, Täter angeschossen

Kurz nach Mitternacht wurde die Polizei in Köln darüber informiert, dass ein Mann mit einer Schusswaffe herum hantiere. Die entsandten Beamten konnten den Mann ausfindig machen. Als er die Uniformierten sah, richtete er sogleich seine Waffe auf diese.

Nach ignorierter Aufforderung die Waffe fallen zu lassen und nach Ankündigung von Zwangsmitteln, schossen mehrere Polizisten gezielt auf den Angreifer, der auch getroffen wurde.

Der Angreifer wurde festgenommen und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Es bestand keine Lebensgefahr.

Die weiteren Ermittlungen führt das Polizeipräsidium Bonn, welches eine Mordkommission einrichtete.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/12415/3214908

5. Rechte greifen Polizisten in Dortmund an, eine verletzte Polizistin

In Dortmund wurden zwei dort eingesetzte Streifenwagen kurz nach Mitternacht aus einer Gruppe von etwa 25 Personen heraus gezielt mit Feuerwerk beworfen.

Die Polizisten stiegen aus, um diesem Verhalten ein Ende zu setzen. Hierbei wurden die Beamten gezielt mit Feuerwerkskörpern, Feuerwerksraketen und Bierflaschen traktiert.

Unter Einsatz von Unterstützungskräften gelang die Festnahme von 18 Personen dieser Gruppierung, die den Rest der Nacht im Gewahrsam verbringen durften. Zwei Minderjährige, die ebenfalls bei dieser Gruppe waren, wurden ihren Eltern übergeben.

Eine Polizistin wurde durch einen Biss in die Hand verletzt. Laut Polizei Dortmund gehört diese Personengruppe des örtlichen rechten Spektrums an.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3215002

Wir wünschen allen verletzten Kollegen/innen, auch denen, die nicht hier aufgeführt wurden, gute Besserung!