Leon: “Weihnachtswunder” von Erlangen

26. Januar 2016 at 17:06
Leon mit Mama

Bild: Pelke via mittelbayerische.de

Das perfekte Zusammenspiel von Polizei, Rettungskräften und Ärzten

Der kleine 6-jährige Leon versteht den Wirbel um seine Person überhaupt nicht, denn überall heißt es, er sei das Wunder von Erlangen. Doch wie kam es dazu:

Am vierten Adventssonntag sollte der Kleine mit einem gleichaltrigen Freund die kurze Strecke entlang des Main-Donau-Kanals zum Schrebergarten der Eltern im Fürther Stadtteil Vach laufen. Leon war dann plötzlich ans Ufer gegangen und ausgerutscht.

Über die Kaimauer stürzte er in den eiskalten Main-Donau-Kanal und ging unter. Sein Freund alarmierte sofort den Vater und Passanten vom gegenüberliegenden Ufer zeigten ihm die Stelle, wo sein Sohn zuletzt zu sehen war. Der verzweifelte Vater sprang darauf hin in das gut zwei Meter tiefe, trübe Wasser und fischte nach dem Jungen.

Mittlerweile war auch eine Polizeistreife eingetroffen und eine Polizistin sprang hinterher. Sie half ihm bei der Suche im Wasser nach seinem Sohn. Nach endlosen Minuten konnte er endlich den Arm des Kleinen greifen und zog den regungslosen Jungen ans Kanalufer.

Dort beginnt der zweite Polizist sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Hubschrauber, Feuerwehr und drei Rettungswagen eilten zum Unglücksort. Auch der Oberarzt Hans-Georg Topf hatte sich bereits auf den Weg in die Kinderklinik des Universitätsklinikums Erlangen gemacht.

Das Leben des kleinen Jungen hing am seidenen Faden. In der Nacht versagte dann auch noch seine Lunge. Ein hinzugezogener Professor der Kinderherzchirurgie schließt ihn sofort an die Herz-Lungen-Maschine. Der Zustand des kleinen Leon stabilisierte sich wieder.

An Heiligabend geschieht dann das Weihnachtswunder. Der kleine Leon öffnete nach vier Tagen Komma seine Augen zum ersten Mal und am ersten Weihnachtfeiertag wacht er auf. Seine ersten Worten waren „Hallo Mama, hallo Papa!“

Er hat alles gut überstanden und kann sich an die schweren Stunden nicht erinnern. Am Montag bedankten sich der kleine mit seinen Eltern bei allen Rettern, Ärzten und Pflegekräften.

“Er ist wieder der alte Rabauke und wir alle sind froh, dass er wieder gesund und munter bei uns ist”, sagen die überglücklichen Eltern. Leon wird keine bleibenden Schäden davon tragen.

Professor Robert Cesnjevar, Leiter der Kinderherzchirurgischen Abteilung ist sich sicher, nur das perfekte Zusammenspiel von Polizei, Rettungskräften und Ärzten hat Leon das Leben gerettet.

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