Leserbrief einer Bürgerin: Freiheit und Sicherheit sind die höchsten Güter?

13. Januar 2016 at 21:50

Leserbrief Sicherheit

Wie viele andere sicherlich auch, schaue ich mit Besorgnis auf die Entwicklung in diesem Land.

Die Ereignisse in Köln und in anderen Städten haben gezeigt, dass das festverankerte Sicherheitsgefühl doch bei vielen ins Wanken gerät.
Ich persönlich gehöre nicht zu den Frauen, die nachts im Parkhaus oder draußen hinter jedem Menschen einen Verbrecher sehen und bei jedem Geräusch zusammenzucken.

Aber wenn ich lese, dass sich nach den letzten Ereignissen immer mehr Personen in diesem Land bewaffnen oder auch sogenannte Bürgerwehren gegründet werden, dann bekomme ich doch ein ungutes Gefühl.

Es war mir vorher schon klar, dass jedem jederzeit einmal etwas zustoßen kann, allerdings hat dieses Gefühl mich nicht gelähmt.

Aber wenn ich nun daran denke, dass „normale“ Bürger mit Waffen oder CS-Gas in der Tasche rumlaufen und womöglich keinerlei Ahnung vom richtigen Umgang haben und jeden zweiten Menschen als potentiellen „Feind“ betrachten, dann wird mir doch Angst und Bange!

Ist das die Lösung? Bürgerwehren und bewaffnete Menschen?

Angeblich wird nach den Vorfällen seitens der Politik nach schärferen Gesetzen verlangt und diese geprüft. Was gibt es da denn so lange zu prüfen bzw. haben wir Gesetze, die allerdings auch einfach mal durchgesetzt werden müssen – und ist diese Entwicklung denn wirklich so unvorhersehbar gewesen?

Ich frage mich auch, ob das nun wieder eine Floskel zur allgemeinen Beruhigung sein soll und wenn ein wenig Zeit ins Land gegangen ist, dann wieder die Schublade geöffnet, zu „Prüfendes“ hineingelegt und bei Bedarf wieder hervor geholt wird.

Wenn die Sicherheit eines Landes und der Menschen, die darin leben, nicht mehr gewährleistet ist, dann greifen die Menschen nun einmal zu eigenen Mitteln, um sich und ihre Liebsten zu schützen. Und das darf einfach nicht passieren. Für die Sicherheit in unserem Land ist die Polizei zuständig und da muss endlich einmal etwas passieren. Die vorhanden Beamten und Einsatzmittel scheinen definitiv nicht zu reichen – also gibt es nur eine Konsequenz.

Nehmt endlich den Igel vom Portemonaie und sorgt für Sicherheit. Die Menschen wollen und brauchen Sicherheit und die gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif.

Mit gegenseitigem Zuschieben von Verantwortung beruhigt man keine Bürger und verhindert auch nichts Schlimmeres in der Zukunft. Nur Taten zählen jetzt und vor allem Charaktere, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

„Führen durch Vorbild“ – dazu zählt auch Verantwortung zu übernehmen und gerade jetzt eigene Fehler zu erkennen und diese mit allen Mitteln zu beseitigen, damit aus diesem Land kein Bürgerkriegsland wird, sondern ein sicheres Deutschland inmitten Europas bleibt!

Ich hoffe sehr, dass auch der Letzte einmal begreifen wird, dass Sicherheit und Freiheit die höchsten Güter eines Landes sind und die gilt es zu wahren – und zwar von Seiten des Staates!!!

Die Verfasserin ist uns bekannt und bleibt anonym.