Terrorwarnung in der Silvesternacht: Polizei München bekommt viel Lob für ihre Öffentlichkeitsarbeit

1. Januar 2016 at 23:36

Lob für Polizei MünchenIn der vergangenen Silvesternacht war es zu einer Terrorwarnung in München gekommen, infolge dessen der Hauptbahnhof und der Pasinger Bahnhof geräumt wurden.

Bereits gegen 21:40 Uhr twitterte die Polizei München:


Wie kam es dazu?

Gegen 19:40 Uhr erhielt die Münchner Polizei über das Bundeskriminalamt den Hinweis aus französischen Sicherheitskreisen: Eine Gruppe von fünf bis sieben Männern, vermutlich syrischer und irakischer Herkunft, planten in München an den beiden genannten Bahnhöfen einen Selbstmordanschlag. Auch Namen wurden genannt, sowie der Auftraggeber: die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Daraufhin wurde sogleich ein Krisenstab gebildet und Polizeipräsident Hubertus Andrä und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann eilten von privaten Silvesterfeiern ins Präsidium. Es wurde beratschlagt, wie es weiter gehen sollte. Zwischenzeitlich erreicht die Polizei eine weitere Meldung, diesmal von einem amerikanischen Geheimdienst. Die Informationen der unterschiedlichen Sicherheitsbehörden deckten sich, so dass die Lage sehr ernst genommen wurde.

Man entschied sich dafür, nicht alle größeren Silvesterfeiern aufzulösen bzw. zu verbieten, sondern gezielt nur die Objekte zu räumen und abzusperren, die zuvor benannt worden waren. Polizeipräsident Andrä nannte dies den “chirurgischen Eingriff”.

Die Öffentlichkeitsarbeit

Wie erwähnt, wurde auf Twitter und zeitgleich auf Facebook durch die Polizei München vor der anstehenden Terrorgefahr gewarnt. Die Twitter-Gemeinde wurde ständig auf dem laufenden gehalten, und das sogar mehrsprachig.

So erfährt man unter anderem gegen 23:42 Uhr:

Noch in der Nacht wurde eine Pressekonferenz einberufen, in der alle bis dahin vorliegenden Informationen der Weltöffentlichkeit präsentiert wurden. In der Kürze der Zeit konnten natürlich nicht so viele Pressevertreter ins Polizeipräsidium kommen und so bedienten sich die Münchner der sozialen Medien.

Die Pressekonferenz wurde auf Periscope, einem Videodienst von Twitter, ab 0:55 Uhr live übertragen. Gegen 3:15 hieß es dann:

Etwa eine halbe Stunde später:

Und auch das twitterten die Münchner Polizisten, so als ob man nicht nur die verängstigten Bürgern beruhigen wollte, sondern insbesondere denen trotzen wollte, die für diese Terrorwarnung verantwortlich waren:

Über diese Gefahrensituation und die Unterrichtung der Öffentlichkeit erhöhte sich die Followerzahl der Münchner Kollegen auf Twitter um satte 50 Prozent.

Das Interesse an den Informationen war also groß und zeigt, dass hier richtig entschieden wurde. Größtmögliche Transparenz (ohne die Ermittlungen zu gefährden), Mehrsprachigkeit und ein wenig bayerischer Trotz fand die Twitter-Gemeinde großartig und bewies der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Polizei München: dieses Konzept war genau die richtige Entscheidung.

Aber nicht nur die Rückmeldungen auf Twitter zeigten, dass die bajuwarischen Kollegen gute Arbeit geleistet hatten. Auch die Presse ist voll des Lobes. So heißt es bei der Süddeutschen: “Denn das Social-Media-Team kuratiert die wenigen verfügbaren Informationen vorbildlich.”

Also alles im Lot mit der Öffentlichkeitsarbeit?

Nicht ganz, ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt. Der Ton bei der Übertragung der Pressekonferenz war sehr schlecht, weil es offenbar am passenden Equipment fehlte.

So möchten wir uns dem Twitteruser “Max” anschließend und die Kollegen in München für ihre tollen Job loben. Hierbei denken wir allerdings nicht nur an die Pressesprecher und das Twitterteam, sondern auch an die Kollegen und Spezialkräfte, die auf den Straßen für die Sicherheit ihrer Bürger sorgten!

Ach, eine Kleinigkeit hätten wir auch noch anzumeckern, liebe Kollegen von der Polizei München: bei der nächsten Pressekonferenz auf Periscope, bitte im Querformat filmen. Das ist wesentlich augenfreundlicher 😉