Wo bleiben Führung und klare Linie?

31. Januar 2016 at 21:16

Wo bleiben Führung und klare Linie?

Was passiert hier eigentlich gerade? Vorfälle wie in Köln und anderen Städten des Landes haben doch gezeigt, dass hier etwas absolut nicht stimmt.

Nein – es geht hier nicht um Stimmungsmache!

Die innere Sicherheit ist am Ende, da in vielen Jahren die Polizei kaputt gespart wurde. Und nicht nur die Polizei – auch die Bundeswehr ist am Limit und muss immer mehr Aufgaben übernehmen und das mit z.T. absolut veraltetem Material (nicht einsatzfähig) und zu wenig Personal.

Aber das alleine ist gerade nicht einmal mein größtes Problem.
Mein Problem ist Folgendes:

Wo bleibt die Führung, die sagt wo es nun lang geht? – Es wurden in den letzten Jahren von sämtlichen Parteien viele Fehler begangen – und zwar von sämtlichen!

Nun haben wir die Konsequenzen spürbar vor Ort und was kommt? – Kein Eingeständnis, sondern lediglich eine gegenseitige Schuldzuweisung – in Talkshows?

Wo bleiben klare Ansagen an das Volk wie es weiter gehen soll?

– Wo bleibt denn ein führender Politiker, der sich vor die Kamera stellt (und nicht in einer medial gesteuerten Talkshow), sondern mit klaren Worten direkt in die Kamera?

Ich erinnere mich an einen Altkanzler (Ruhe in Frieden), der damals wenigstens zu Krisenzeiten das Volk auf dem Laufenden hielt, klare Worte sprach und diese auch versucht hat durchzusetzen.

Wo bleibt denn die Ansprache an das Volk, wie es nun weiter geht? Die Menschen haben Angst, Unsicherheit und neigen allmählich dazu, Dinge zu tun, die sie vor einem Jahr nicht gewagt hätten (siehe Bewaffnung, Bürgerwehren und eine politische Umorientierung aufgrund von Angst und nicht aus Überzeugung).

Kommt in nächster Zeit nicht langsam eine klare Linie (und nicht nur in Worte, sondern auch in Taten), dann verlieren wir nach und nach unsere Demokratie.

Wollen wir wirklich zuschauen, wie dann Parteien die Führung übernehmen, die jetzt noch dem Volk nach dem Mund reden und Stammtischparolen verbreiten und damit auch noch Erfolg haben?
– Das hatten wir schon einmal und ich persönlich will DAS nicht erleben.

Also liebe „Bundesmutti“: ich bin ein Bürger dieses Landes, der selber einmal eine Uniform der Bundeswehr getragen hat und einen Eid geleistet hat und diesen auch nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt hat.

Nun wird es langsam Zeit, dass Sie und Ihre „Truppe“ dieses auch machen – „Reden Sie mit dem Volk und sagen Sie uns, was Ihr Plan ist“ – ein „Wir schaffen das“ ist zwar eine netter Satz, aber nicht mehr wirklich tragbar in diesen Zeiten.

Klären Sie endlich das Volk darüber auf, wie ihr Plan aussieht und ein kleiner Rat:
Eine falsche Entscheidung getroffen zu haben ist nicht schlimm – das kann man verzeihen. Aber nach diesem Fehler daran festzuhalten und dann seinen Weg weiter zu gehen, ist einfach nur falsch und fahrlässig. – Fehler begeht jeder: die Kunst ist es allerdings diese einzusehen, sie zu beheben und nicht erneut zu machen.

Die Autorin ist uns namentlich bekannt, möchte aber anonym bleiben.
Der Leserbrief gibt die Meinung der Autorin wider.