Eine Suchmeldung der Vergangenheit

4. Februar 2016 at 23:28

Suchmeldung VergangenheitVor circa drei Jahren gab es von einem Pflegeheim eine Vermisstenanzeige. Dabei ging es um eine ältere Dame, 85 Jahre alt, die leicht an Demenz erkrankt und auch öfters verwirrt ist. Sie war bereits seit den frühen Morgenstunden, noch bevor das Frühstück mit ihren Medikamenten verteilt wurde, nicht mehr aufzufinden.

Scheinbar hatte sie, wie bereits seit Tagen angekündigt, sich auf den Weg nach Hause gemacht um ihre Tochter zu besuchen. Doch die lebte nur im Gedächtnis der Omi noch, denn sie war bereits vor Jahren verstorben.

Nachdem nun auch die Polizei über ihre Abwesenheit und die damit verbunden Gefahren Bescheid wusste, wurde eine große Suchaktion gestartet. Polizeihundestaffel, Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Rettungsdienst und Feuerwehr beteiligten sich daran, die Omi zu finden. Das angrenzende Waldstück und die kühlen Temperaturen verlangten schnelles handeln und finden.

Die Sorge um die „verlorene Omi“ wurde zu jeder Stunde größer. Dann endlich der Funkspruch eines Diensthundeführers. Der noch neu ausgebildete Diensthund hatte die arme Frau völlig erschöpft gefunden, die Sorge, dass sie nicht mehr am Leben sein könnte, hatte der junge vierbeinige Kollege gleich mal mit einem Zungenschleck durch das Gesicht überprüft und sich über die Reaktion der ältere Damen gefreut, die ihn – trotz ihrer körperlichen Schwäche – mit Streicheleinheiten verwöhnte.

Okay, der Rettungsdienst war auch bereits vor Ort und nahm die Frau mit ins Krankenhaus um zu checken, dass ihr wirklich nichts ernsthaftes fehlte.

Die ältere Dame bedankte sich wenige Tage später und brachte dem Hund einen großen Knochen mit. Eigentlich nichts besonderes, oder doch?

Alle – das Pflegepersonal des Altersheimes eingeschlossen – wunderten sich, dass Oma sich an dieses Ereignisse so genau erinnern konnte, wo sie doch sonst alles vergaß. So überlegten sich die Beamten, da die Omi keine Angehörigen mehr hatte, sie ab und an zu besuchen.

Das alles geschah vor drei Jahren. Heute ist es so, dass die Oma immer noch regelmäßig Besuch bekommt und sich richtig über die Anwesenheit der Polizisten freut. Sie bringen ihr öfters ein kleines Geschenk mit, wie hier auf dem Bild zu sehen, manchmal ein paar Blumen.

Das Pflegepersonal berichtet immer noch über ihre Vergesslichkeit, aber den Tag an dem sie Besuch von den Kollegen bekommt, den vergisst sie nie und das Pflegepersonal muss immer Kaffee für die Polizisten bereit stellen.

Für Oma ist es jedes Mal ein besonderer Tag. Ein Erlebnis, das sie – warum auch immer – nicht vergisst.