Erfahrungsbericht Straßensperre (von Peter)

7. Februar 2016 at 22:41

StraßensperreZugegeben, in den Zeilen von Peter schwingt Frust mit, der aber nur allzu verständlich ist. Wenn über eine stundenlange Sperrung hinweg die immer gleichen Varianten zu ertragen sind, man erklären muss, warum es hier nicht weiter geht, wie lange das dauern kann, welche Umleitung es gibt und warum man trotzdem jetzt nicht durchfahren kann, und es immer wieder Verkehrsteilnehmer gibt, denen das völlig wurscht ist, dann reagiert man auch mal frustriert.

Und nein, das ist keine Ausnahme, es ist leider absoluter Alltag. Aber lest selbst:

Mein Recht beim Autofahren

Nach einem anstrengenden Tag fahre ich mit meinem Auto nach Hause. Ich fahre dabei meine Strecke. Die Strecke, welche ich immer fahre. Weil es mein Recht ist, genau den und keinen anderen Weg zu fahren.

Ich fahre da also völlig erschöpft auf einer Landstraße entlang. Es ist schon dämmrig, kurz über 0 Grad mit Nieselregen und sehr windig.

Und da passiert es. Kurz hinter einer Einmündung steht doch tatsächlich so ein FStW mit Blaulicht quer auf der Fahrbahn. Neben ihm so ein paar lächerliche Pylonen über die Fahrbahn verteilt. Und davor stehen die beiden Insassen, angezogen wie zu Fasching. 100 Meter dahinter sieht es aus wie an Weihnachten. So viel Blaulicht von Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr und Gelbes Blinklicht von diversen Abschleppdiensten. Und dann liegen bzw. stehen da noch vier Autos auf dem Feld bzw. stehen völlig demoliert auf der Fahrbahn.

Jetzt habe ich mehrere Möglichkeiten:

  1. Ich könnte einfach nach rechts abbiegen, murren und so einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.
  2. Ich bleibe einfach mitten auf der Fahrbahn stehen und winke den Polizisten einfach zu mir, schließlich bezahle ja nur ich ihn von meinen Steuern. Aber irgendwie reagiert der nicht. Frechheit!!!
  3. Ich fahre einfach auf den Streifenwagen zu und warte darauf, dass der Polizist zu mir kommt. Der wird mir schon sagen warum er es wagt, meine Strecke einfach zu sperren.
  4. Ich bleibe einfach mitten auf der Fahrbahn stehen, lasse das Fenster herunter und brülle meinen Unmut laut in Richtung der beiden Polizisten.
  5. Die Polizisten haben bestimmt nur eine Panne, da kann ich einfach an denen Vorbeifahren. Es ist nur gemein, dass die sich so breit hingestellt haben.
  6. Damit den Polizisten nicht so langweilig ist, haben die sich einfach ein paar Autos zum Quatschen angehalten. Die hätten sich auch echt einen anderen Ort und anderes Wetter dafür aussuchen können.

So oder so ähnlich geht es mir mehrmals jeden Monat. Nur mit dem Unterschied, dass ich einer der beiden Polizisten bin, die dort vor dem Streifenwagen stehen und auf Grund eines schweren Unfalls die Straße sperren.

Ich dachte immer es ist völlig logisch, dass nur Möglichkeit 1 die Richtige ist. Aber ich lerne immer wieder dazu…

Der Leserbrief gibt die persönliche Meinung des Autors wider.