Fehler korrigiert: Kölns neuer Polizeipräsident rehabilitiert SEK

7. Februar 2016 at 22:18

SEK rehabilitiertIm Oktober vergangenen Jahres berichteten wir von den Maßnahmen, die gegen das Kölner SEK eingeleitet wurden. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte Behauptungen aufgestellt, die sich als falsch erwiesen. Von Mobbing, Fesselspielen und Saufgelagen war die Rede. Unmenschliche Aufnahmeriten wurden erwähnt. Alles erfunden.

Nichts desto trotz hatte der damalige Polizeipräsident Wolfgang Albers die Eliteeinheit aufgelöst. Die Medien hetzten mit über die Spezialeinheit, obwohl die Vorfälle noch lange nicht geklärt waren. Eine Vorverurteilung auf allen Ebenen, bis hinauf ins Innenministerium. Wir berichteten.

Im Zuge der Vorfälle an Silvester in Köln, dem Kommunikationsdebakel und der politisch motivierten Debatte über die Verantwortlichkeiten musste vorgenannter Polizeipräsident im Januar seinen Hut nehmen und wurde in den Vorruhestand geschickt.

Der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies hat nun einen Fehler seines Vorgängers – zumindest teilweise – bereinigt. Er ordnete an, dass die sechs SEK-Polizisten der aufgelösten Einheit, die in den Innendienst versetzt worden waren, wieder ihre ursprüngliche Aufgabe wahrnehmen dürfen.

Damit ist der Fall aber noch nicht ganz abgeschlossen. Zwar wurden die strafrechtlichen Vorwürfe alle fallen gelassen und die Ermittlungen eingestellt, aber die Disziplinarverfahren laufen offenbar noch.

Denn die Anwälte der Polizisten fordern nun deren Einstellung. “Monatelange Schmähung, mangelndes Vertrauen in ihre Wertevorstellung haben die Beamten tief verletzt”, heißt es von den Anwälten. Diese “beispiellose Vorverurteilung” und “durch das monatelange Einsatzverbot” seien die Polizisten bereits genug bestraft.

Eine durchaus logische Schlussfolgerung mit lobenswerter Ausführung. Fehler sind menschlich und sollten auch korrigiert werden dürfen. Dies schadet der Glaubwürdigkeit nicht im geringsten, im Gegenteil, sie fördert es. Konsequent wäre es daher auch, die noch schwebenden Verfahren nicht unnötig in die Länge zu ziehen und alsbald zu einer Entscheidung zu kommen.

Wenn den Kollegen des SEK nichts vorzuwerfen ist, dann sollten sie auch nicht noch weiter hängen gelassen werden. Diesen Zustand hatten sie jetzt lange genug.