Tabuthema: Homosexualität bei der Polizei

13. Februar 2016 at 20:05

Tabuthema HomosexualitätEigentlich sollte es in der heutigen Zeit kein Tabuthema mehr sein, doch dem ist nicht so. Schwule Polizisten haben es unter den Kollegen schwerer, als ihre homosexuellen Kolleginnen. Lesbische Polizistinnen fällt es scheinbar einfacher mit diesem Thema umzugehen und sie haben auch weniger Problem im täglichen Dienst. Doch wenn ein schwuler Polizist sich outet kann es schwierig werden.

Blöde Sprüche bis hin zu Mobbing bereiten einigen Beamtinnen und Beamten Schwierigkeiten. Auch so manche Dienstherren tun sich oft noch schwerer, damit umzugehen.

So wie zum Beispiel Johannes Träumer (33) und Mathias Zobel (29) aus München. Die beiden sind ein Paar und arbeiten im Polizeipräsidium Kempten. Sie haben sich 2007 im Internet kennengelernt und konnten kaum glauben, dass sie zufälliger Weise beide Polizisten sind. Johannes Träumer hatte endlich das Gefühl nicht der Einzige zu sein. Aus dem Gefühl wurde Liebe.

Mathias Zobel fing mit 17 bei der Bereitschaftspolizei an und machte direkt keinen Hehl daraus, dass er auf Männer steht. Er wollte so akzeptiert werden, wie er ist. Dafür erntet er immer mal wieder einen blöden Spruch.

Johannes Träumer hingegen hielt zehn Jahre lang alles geheim, bevor er sich outete. Er beschreibt seine Situation als anstrengend. Besonders wenn über das Privatleben geplaudert wurde und er nichts darüber erzählen konnte, oder bei Einladungen, bei denen man seine Freundin mitbringen sollte. Für älter Kollegen war Homosexualität strafbar, denn erst 1994 wurde der Paragraf 175 abgeschafft.

Mit Kollegen gründeten die beiden dann den Landesverband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) deren Bundesvorsitzender Thomas Ulmer (52), Beamter in Baden-Württemberg, ist.

Bei einen Kongress schwuler und lesbischer Polizisten in Berlin verbot Ihnen das das bayerische Innenministerium in Uniform teilzunehmen. Doch zum Glück konnte das Ministerium umgestimmt werden. In Berlin trafen sich Polizisten aus 13 Ländern und erzählen Geschichten von den Vorurteilen, auch in Uniformen.

Dazu könnt ihr hier weiterlesen.

Wir finden es schade, dass Menschen in Uniformen nach ihren Vorlieben verurteilt werden und immer noch nicht in der Gesellschaft gleichberechtigt behandelt werden. Es sollte doch auch unter Kollegen keinen Unterscheide geben.

Wie bereits Anfangs geschildert, werden Kollegen mit dummen Sprüchen bedacht oder auch gemobbt. Viele Kolleginnen und Kollegen verzweifeln daran und zerbrechen. Andere versuchen die Dienststelle zu wechseln oder verabschieden sich ganz aus diesem Beruf; nur wegen fehlender Akzeptanz.

Die Toleranz und der Umgang mit Homosexuellen sollte akzeptiert und verbessert werden. Denn auch diese Menschen tragen ihre Uniform aus Berufung und ihre sexuellen Vorlieben haben darauf keinen Einfluss.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Ansprechpartner für Lesben und Schwule (Polizei Hamburg)

Polizistin kämpft für Akzeptanz von Homosexuellen im Polizeidienst und hat dabei volle Rückendeckung des Polizeipräsidenten

„Ich bin kein schwuler Polizist, sondern ein Polizist, der schwul ist“

Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol Deutschland e.V.)
VelsPol Nordwest e.V.​
VelsPol Bayern e.V.​
VelsPol-BW e.V.​
VelsPol NRW – Verein lesbischer & schwuler Polizeibediensteter​
VelsPol e.V. – Fachgruppe Trans​

GayCopsAustria​
http://gaycopsaustria.at/

PinkCop Schweiz

Roze in Blauw Nederland​
Roze In Blauw Amsterdam​
Roze in Blauw Oost-Nederland​
Politie Roze in Blauw Oost-Brabant​
Roze in Blauw Midden-Nederland​

European Gay Police Association – EGPA​
http://gay-police.eu/