Verständnis und Menschlichkeit sind auf beiden Seiten wichtig!

14. Februar 2016 at 23:20

Verständnis und MenschlichkeitViele Menschen glauben, dass Bürger in Uniformen etwas ganz Besonderes sind und immer funktionieren müssen. Ebenso kommt es vor, dass ein Uniformierter auch mal den Blick fürs Allgemeine verliert.

Bei einer zufällig ungewollten Begegnung zwischen der Polizei und dem Bürger kommt es auch des Öfteren zu Missverständnissen.

Aber schauen wir doch einmal auf ein Beispiel, welches die Augen auf beiden Seiten öffnen sollte.

Der Polizist/in: der Tag vor dem Dienst ist einfach mies – private Probleme, ein Familienmitglied ist schwer krank (Entscheidungen müssen getroffen werden), Kinder haben Probleme, Rechnungen flattern ins Haus, die das Limit überschreiten, im Beruf läuft nicht alles rund und der Berg an Problemen türmt sich auf. – Nächster Tag: man fährt zum Dienst und versucht diesen so gut wie möglich zu bewältigen.

Der Bürger/in: der Tag vor der Arbeit ist einfach mies – private Probleme, ein Familienmitglied ist schwer krank (Entscheidungen müssen getroffen werden), Kinder haben Probleme, Rechnungen flattern ins Haus, die das Limit überschreiten, im Beruf läuft nicht alles rund und der Berg an Problemen türmt sich auf. – Nächster Tag: man fährt zur Arbeit und versucht den Tag so gut wie möglich zu bewältigen.

Der Bürger ist völlig abgelenkt und begeht einen Fehler auf dem Weg zur Arbeit – evtl. hat der Polizist diesen Fehler ebenso begangen, als er auf dem Weg zum Dienst war.
Wer weiß! Aber nun wurde einer erwischt „Verdammt nun hält mich auch noch ein Bulle an – als hätte ich nicht schon genug Probleme“.

Zwei Menschen treffen aufeinander, der eine schon im Dienst und der andere auf dem Weg dorthin. Beide teilen eventuell ähnliche Schicksale und beide kennen sich nicht persönlich.
Der erste Eindruck zählt und oft gibt es nur Minutenaufnahmen. Die Sympathie sinkt von Sekunde zu Sekunde und man wechselt Worte, die evtl. nicht nötig sind und auch häufig nicht so gemeint sind. Man lässt den Frust an jemandem aus, der gerade zur Verfügung steht – beidseitig!

Doch das darf und sollte nicht sein und ist wohl auch nicht zielführend! Werden die Probleme nicht nur noch größer, wenn man Fremde, egal ob Beruf oder nicht, innerhalb von Sekunden als Prellbock für seine bisherigen Probleme nutzt?

Jeder von uns, egal ob mit oder ohne Uniform, hat auch einmal scheiß Tage – man sollte es nicht mit nach außen tragen – aber in gewissen Situationen ist es einfach nur menschlich und normal, dass man nicht einwandfrei funktionieren kann – aber mit gegenseitigem Verständnis könnte es leichter werden.

Das soll ein Appell an ALLE sein. An die Kollegen und auch an die Bürger: wenn ihr irgendwann aufeinander trefft und DAS nicht gewollt, dann denkt bei der Unterhaltung daran, dass jeder von Euch einen Menschen vor sich hat, der auch sein Päckchen zu tragen hat und es mehr als verdient hat, wie ein Mensch behandelt zu werden.

Worte werden gesprochen, Mimik falsch gedeutet – aber am Ende macht der eine seinen Job und der andere hatte das Pech bei einem Fehlverhalten erwischt zu werden.
– Mit einem Lächeln auf beiden Seiten und ein wenig Verständnis wird dieser Fehler sicherlich nicht zu einem zusätzlichen Problem.

Eines ist wichtig: vor einem steht ein Mensch mit Stärken und Schwächen, der aber das Anrecht darauf hat, auch wie ein Mensch behandelt zu werden.