18jähriger Schüler löst brenzligen Polizeieinsatz aus

20. März 2016 at 16:42
Schüler löst Polizeieinsatz aus

Bildmaterial: Polizei Holzminden

Die Mottowoche „Gut gegen Böse“ verleitete ihn zu einer gefährlichen Handlung

In Hameln (Niedersachsen) gingen mehrere Notrufe von besorgten Bürgern bei der Polizei ein.
Anwohner sahen in einem Auto auf dem Beifahrersitz einen Mann, der gekleidet war wie ein IS-Kämpfer und eine Maschinenpistole aus dem Fenster hielt.

Mehrere Streifenwagen verfolgten das Fahrzeug und stoppten es in einer Ortsdurchfahrt und brachten beide Insassen unter Kontrolle.

Der 18jährige Beifahrer, der von den Anrufern als IS-Kämpfer beschrieben wurde, trug militärähnliche Kleidung und hatte 2 Soft-Air-Waffen im Auto, die von echten Waffen kaum zu unterscheiden waren.

Nach der Befragung stellte sich heraus, dass der Schüler an einer Mottowoche mit dem Titel „Gut gegen Böse“ am Gymnasium teilnimmt und sich ein passendes Outfit dafür zugelegt habe.

Die Waffen wurden sichergestellt und auf den jungen Mann kommen nun Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten und Verstöße gegen das Waffengesetz zu.
Ebenfalls wird geprüft, ob der kostspielige Einsatz dem 18jährigen auferlegt werden kann.

Die Polizei kritisierte das Verhalten des 18jährigen, mit einem Scherz habe das nichts mehr zu tun.

“Die Anschläge von Paris, die Absage des Länderspiels in Hannover aufgrund einer konkreten Terrordrohung, der vermutlich islamistisch motivierte Angriff auf einen Beamten der Bundespolizei ebenfalls in Hannover und verschiedene weitere, gleich gelagerte Taten sind in der Öffentlichkeit, aber auch bei jedem Polizeibeamten derzeit sehr präsent. In dieser Situation sollte jedem klar sein, dass man mit diesem Thema im öffentlichen Raum nicht scherzt. Wer sich dennoch dazu verleiten lässt, muss mit einem konsequenten Vorgehen der Polizei rechnen”, sagte Inspektionsleiter Ralf Leopold.

Auch Anscheinwaffen können auf den ersten Blick täuschend echt aussehen und zu gefährlichen Situationen führen. In diesem Fall ist es nur aufgrund des bedachten Verhaltens der eingesetzten Polizisten nicht zu einer Katastrophe gekommen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57895/3278656