+ Warnhinweis + Unbekannte lösten Radmuttern an Privatfahrzeugen von Polizisten

9. März 2016 at 17:34

Radmuttern gelöstGewalt gegen Polizisten hat viele Facetten. Das fängt mit Beleidigungen an und geht über tätliche Angriffe. Aber auch der folgende Warnhinweis ist eine Form von Gewalt gegen Polizisten, denn die Folgen können ärgerlich bis tödlich sein:

In Hessen sind nun mehrere Fälle an die Presse gelangt, bei denen an Privatfahrzeugen von Polizisten Radmuttern gelockert oder entfernt worden waren. In Frankfurt und Wiesbaden gibt es deswegen mehrere Ermittlungsverfahren und das Landeskriminalamt hat alle Dienststellen in einem Schreiben davor gewarnt.

Im Frankfurter Polizeipräsidium zum Beispiel wird gerade das Videomaterial ausgewertet. Dort wurden in zehn Fällen an Privatfahrzeugen von Polizisten die Radmuttern gelöst. Der Parkplatz ist zwar durch eine Schranke gesichert, Fußgänger können diesen Bereich jedoch frei betreten.

Zumeist werden die Manipulationen rechtzeitig erkannt, aber ein Fall zeigt, wie gefährlich so etwas werden kann. So waren vier Beamte in einem Pkw morgens auf dem Weg zum Dienst, als das Fahrzeug auf der Autobahn ins Schlingern geriet.

Der Fahrer konnte den Wagen noch kontrolliert auf dem Seitenstreifen anhalten und entdeckte dann, dass mehrere Radmuttern nicht nur gelöst, sondern ganz entfernt worden waren. Es wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt und zudem wird geprüft, ob ein Anfangsverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt gegeben ist.

Auch in Wiesbaden wurden mehrere derartige Fälle an verschiedenen Standorten bekannt. Auch hier wird in alle Richtungen ermittelt, denn die Motivlage ist derzeit noch unklar. Ein Pressesprecher erklärte: “Das hat uns mit Sorge erfüllt und wir haben akribisch ermittelt.”

Das Sicherheitskonzept der Dienststellen wird nun überdacht. Allerdings wurde seitens der Polizeisprecher auch deutlich gemacht, dass man sich nun nicht einzäunen werde. Denn das gehöre nicht zu einer bürgernahen Polizei.

Aber nicht nur Privatfahrzeuge sind Ziel unbekannter Täter, auch Streifenwagen wurden zum Beispiel in der Tiefgarage des Frankfurter Polizeipräsidiums vorübergehend unbrauchbar gemacht. Dort wurden an acht Streifenwagen die Ventile von den Rädern entfernt.

Das Ganze geschah an einem Tag, an dem mehrere Veranstaltungen im Gebäude stattfanden und unter anderem Bewerber und Sportgruppen sich im Präsidium aufhielten. Wegen fehlender Videoüberwachung im Gebäude gestalten sich hier die Ermittlungen schwierig.

http://hessenschau.de/panorama/radmuttern-an-polizisten-autos-gelockert,polizei-120.html