Ausschreitungen nach Fußballspiel: Neun verletzte Polizisten und hoher Sachschaden

13. April 2016 at 2:00

Ausschreitungen nach FußballspielAm vergangenen Wochenenden hatten wir noch allen Einsatzkräften, die bei den vielen Fußballspielen eingesetzt sind, eine gesunde Heimkehr gewünscht. Dass dies ein frommer Wunsch bleiben sollte, zeigen mal wieder die verschiedenen Polizeiberichte.

Hierbei möchten wir einen Vorfall, der beträchtlichen Personen- und Sachschaden verursachte, aufgreifen:

Am Sonntag fand in Basel (Schweiz) die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich statt. Während der Begegnung scheint es offenbar ruhig gewesen zu sein, dann hier findet sich kein Zwischenfall im Polizeibericht.

Die Ausschreitungen begannen erst nach dem Abpfiff und waren beträchtlich. Zunächst kam es zu Angriffen auf die eingesetzten Polizisten der Stadtpolizei Basel, welche sich auf dem Weg zur Absicherung eines Tores auf der Eventplattform befanden. Sie wurden mit Steinen, Flaschen, Petarden und anderen Gegenständen beworfen. Die Polizei wehrte sich mit Gummischrot.

Kurze Zeit später kam es zu einem weiteren Angriff auf Polizisten der Kantonspolizei Basel-Land, welche auf einem Parkplatz eingesetzt waren. Ein 53jähriger Polizist wurde hierbei schwer verletzt und musste mit einer Rissquetschwunde oberhalb des Auges in ein Krankenhaus verbracht werden.

Hier wurde auch ein Patrouillenfahrzeug der Kapo Basel-Land zunächst beschädigt und dann in Brand gesetzt. An dem Fahrzeug entstand Totalschaden, was Kosten von 100.000 Schweizer Franken verursachte.

Insgesamt wurden bei diesem Einsatz neun Polizisten verletzt, von denen drei in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

Zwei Personen wurden festgenommen, darunter ein 21jähriger Deutscher und ein 17jähriger Schweizer. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

In diesem Zusammenhang sucht die Staatsanwaltschaft zur Aufklärung dieser Ausschreitungen Zeugen, aber auch Bild- und Videomaterial.

Der FC Basel distanzierte sich von dieser Gewaltwelle: “Der FCB verurteilt jegliche Form von Gewalt auf das Schärfste.” Es sei auch nicht bekannt, dass die verschiedenen Fanlager sich zu diesen Ausschreitungen abgesprochen hätten. Nach bisherigen Erkenntnissen waren keine Fans des FCZ an den Ausschreitungen beteiligt.

Wie aus verschiedenen Medienberichten hervor geht, soll die Polizei durch ihre bloße Anwesenheit diese Ausschreitungen provoziert haben.

Demnach sollen die eingesetzten Polizisten am Treppenaufgang zur FCB-Fankurve – anders als üblich – dort nah an den Fans vorbei marschiert sein. Hierbei wurden die Polizisten beschimpft und bespuckt, woraufhin diese mit dem Einsatz von Gummischrot antworteten.

Als die Polizisten sich dann auf die Plattform zubewegten, kam es zu Handgreiflichkeiten und zwei Beamte wurden zu Boden geworfen, was wiederum den Einsatz von Gummischrot nach sich zog. Angeblich soll hierbei auch ein Unbeteiligter, der zwischen die Fronten geriet, durch Gummischrot aus kurzer Entfernung getroffen und verletzt worden sein.

Hier richtet sich – abgesehen von der bloßen Anwesenheit der Polizisten – die Kritik darauf, dass das Gummischrot nicht bestimmungsgemäß eingesetzt worden sein soll. Denn für gewöhnlich gilt für den Einsatz des Gummischrots ein Mindestabstand von 20 Metern, der hier deutlich unterschritten worden sein soll.

Andreas Knuchel, Pressesprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, stellt hierzu klar, dass der Einsatz aus “Notwehr beziehungsweise Notwehrhilfe” erfolgte. “Dann gilt der Mindestabstand nicht”, so Knuchel.

Links zum Thema:

http://www.polizei.bs.ch/news/2016-04-10-Ausschreitungen-nach-Fussballspiel-FC-Basel—FC-Z-rich–verletzte-Polizisten-und-besch-digte-Polizeifahrzeuge—ein-Fahrzeug-in-Brand-gesteckt.html

http://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/nach-ausschreitungen-in-basel-verfahren-gegen-fussball-rowdys-eingeleitet-ld.13006

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/nach-den-krawallen-von-basel-die-frage-nach-dem-warum/story/23905819

Es ist schon verwunderlich, wie der Polizei vorgeworfen werden kann, alleine durch ihre Präsenz diese Ausschreitungen provoziert zu haben.

Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und wenn die sogenannten “Fans” meinen, nur weil sie die Uniformierten in Reichweite sehen, sofort ausrasten zu müssen, dann haben diese Gewalttäter das selbst zu verantworten, nicht die Polizisten, die ohne Anlass überhaupt nicht hätten einschreiten müssen!