Die Polizeifliegerstaffel – Teil 1

1. April 2016 at 15:37

Polizeifliegerstaffel Teil 1Die erste Polizeifliegerstaffel Deutschlands wurde bereits im Jahr 1962 gegründet. Mit zwei Helikoptern des Typs Bell 47 J, zwei Piloten und drei Bordwarten begann die Hubschrauberstaffel des Landes Nordrhein-Westfalen in Wuppertal bei der Bereitschaftpolizeiabteilung III, wo man von einem Garagenhof aus operierte, ihren Dienst. Die Hauptaufgabe bestand darin den Verkehr zu überwachen und den Status auf den Bundesautobahnen zu melden.

Die Geschichte der zweitältesten Polizeifliegerstaffel Deutschlands beginnt im Januar 1964 und kommt aus Hessen.
Bereits im Januar 1964 begannen die Vorbereitungsmaßnahmen zur Indienststellung der Staffel. Als erstes musste die Gewinnung geeigneten Personals, Piloten und Technikern, für das neu zu beschaffende Gerät gefunden werden.

Ausbildungsmöglichkeiten für Bordtechniker und Piloten befanden sich beim damaligen Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei). Desweiteren musste ein Standort, am besten ein Flugplatz mit ständiger Verkehrsleitstelle und bester einsatztaktischer Lage, gefunden werden. Schließlich wurde dann der Flugplatz Egelsbach als Heimat für den hessischen Polizeiflieger auserkoren.

Am 20.12.1964 wurde dann durch den damaligen Innenminister des Landes Hessen, Heinrich Schneider, die Aufstellung der „Flugbereitschaft (FluB) der hessischen Polizei“ angeordnet und dem Regierungspräsidium Darmstadt unterstellt. Am 21.12.1964 wurde die erste Maschine, eine Alouette II (Astazou) SA 318 B (D-HADY), übergeben.

Die „Staffel“ bestand zu dieser Zeit aus 4 Personen: 2 Piloten (einer davon der Dienststellenleiter), einem Co-Piloten, einem Werkstattleiter und einem zivilen Hubschraubertechniker. Die Maschine wurde von der Firma „Sud Aviation“ (später „Aérospatiale“, heute „Eurocopter“) direkt aus Frankreich nach Egelsbach überführt.

Bereits im Jahre 1965 wurde der Bestand um zwei weitere Piloten und eine zweite Alouette II (Astazou) SA 318 B (D-HAHY) ergänzt und zu beiden Maschinen Sonderausrüstungen angeschafft. Mit Außenlautsprecher, Lasthaken und Rettungswinden wurden auch weitere Eigenschaften hinzu gefügt, die mehr als nur die Verkehrsüberwachungsaufgaben ermöglichten.

Die ersten besonderen Einsätze waren:

  • Bergung einer tödlich verletzten Person mittels Rettungswinde von einem Schornstein ( 27.04.1965)
  • Transport von dringend benötigten Blutkonserven von der Blutbank in Frankfurt/Main an die entsprechenden Krankenhäuser (unter anderem für eine Frau nach Lauterbach am 25.8.1966, nach einer Entbindung)(bis 1969)
  • Verletztentransport in die Unfallklinik Frankfurt nach einem Badeunfall am Obermoser See (28.07.1968).

Weitere Einzelheiten und die komplette Geschichte könnt ihr hier nachlesen.

Die Aufgaben der heutigen Polizeifliegerstaffel sind sehr umfangreich geworden und umfassen in NRW durchschnittlich 3.000 Einsätze im Jahr. Sie unterstützen die Polizei am Boden bei der Suche nach Personen, verfolgen Verbrecher, helfen bei Großbränden, unterstützen bei der Aufklärungen von Umweltdelikten und überwachen den Luftraum bei Demos und vieles mehr.

Eine Dokumentation, die Einblicke in den Alltag der Arbeit gibt, könnt ihr Euch hier anschauen:

Im zweiten Teil dieser Serie berichten wir dann über das Polizeiflugzeug der Fliegerstaffel Hessen.