Die Polizeifliegerstaffel – Teil 2

7. April 2016 at 20:16

Polizeifliegerstaffel Teil 2Wie wir bereits im ersten Teil angekündigt haben, geht es im zweiten Teil um die Flugzeuge der Polizei.
Nach unseren Recherchen verfügt Deutschland nicht über sehr viele Flugzeuge.

Bei der Polizeifliegerstaffel NRW, die diesen Namen seit 1998 führt und aus den ehemaligen Hubschrauberstaffeln Rheinland und Westfalen hervorgegangen ist, gibt es zwei Flugzeuge die am Flughafen Dortmund stationiert sind.

Hier werden von der Polizeifliegerstaffel zwei Transporthubschrauber vom Typ Eurocopter 155 sowie insgesamt 5 Alarmhubschrauber vom Typ MBB (Messerschmitt-Bölkow-Blom) BK 117 und zwei Beobachtungsflugzeuge vom Typ Cessna 182 Skylane betrieben. Leider gibt es zu diesen Flugzeugen keine weiteren Informationen.

Bei der Polizeifliegerstaffel Hessen wurde bereits im Jahre 2012 das erste Polizeiflugzeug für diesem Raum angeschafft und kann auch in Rheinland-Pfalz angefordert werden.

Es handelt sich hierbei um die P 68 Observer 2, hergestellt durch die Firma Vulcanair in Italien. Der Aluminium-Schulterdecker, mit einer Spannweite von 12 Meter und einer Gesamtlänge von etwa 9 Metern bietet Platz für insgesamt sechs Personen. Zwei Propellertriebwerke mit jeweils 200 PS ermöglichen das Starten von kurzen Graspisten und bringen das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von ca. 270 km/h.

Die eingerüsteten Langstreckentanks lassen eine Flugzeit von bis zu 7 Stunden zu. Das integrierte “Glascockpit” ermöglicht der Zwei-Mann-Cockpitbesatzung das Fliegen nach Instrumenten (sog. Blindflug). Auch der hintere Teil ist umbaubar, entweder für vier Passagiersitze oder Überwachungstechnik. Die Luftbilder können direkt an die Zentrale gefunkt werden.

Die weiteren Vorteile sind technischer Natur: Das Flugzeug kann acht Stunden in der Luft bleiben, ein Eurocopter weniger als drei. Ersteres kann 3.000 Kilometer weit fliegen, bei letzterem ist nach 700 Kilometern Schluss.

Das Flugzeug ist schneller und kann schwere Lasten transportieren. In zwei Punkten aber sind Hubschrauber besser: Sie können in der Luft stehenbleiben und nahezu überall landen. Der Flieger braucht, wenn auch nicht immer einen richtigen Flughafen, so doch mindestens einen Segelflugplatz. Notfalls könne die Maschine aber auch auf einer großen Wiese landen.

Das Flugzeug hat 870.000 Euro gekostet. Zum Vergleich: Knapp 6,5 Millionen sind für einen Hubschrauber vom Typ Eurocopter fällig. Doch der Betrieb sei günstiger, eine Flugstunde koste 700 Euro weniger als im Hubschrauber. Dies spart vor allem Steuergelder.

Bereits im März 2013 hat das Polizeiflugzeug in 165 Flugstunden mehr als 270 Flugeinsätze, insbesondere im Bereich Gewässer- und Verkehrsüberwachung und Objektschutz, absolviert.
Stationiert ist das Flugzeug bei der Polizeifliegerstaffel Hessen in Egelsbach und wird ausschließlich von Luftfahrzeugführerinnen und Luftfahrzeugführer der hessischen Polizei betrieben.

Video zur Vorstellung des Flugzeuges:

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Den ersten Teil unserer Reihe findet ihr hier.