Polizisten sind Lebensretter im Ausland: Gefährliche Rettungsaktion der Bundespolizei See

29. April 2016 at 19:09

Rettung auf Samos

Bild: Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt

Eigentlich verrichten diese Bundespolizisten ihren Dienst im Norden Deutschlands, in Neustadt in Holstein, Warnemünde oder Cuxhaven, und bewachen die Schengen-Außengrenzen in Nord- und Ostsee. Im Moment befinden sich aber einige Kollegen im Frontex-Einsatz bei der Mission “Poseidon Rapid Intervention” auf der griechischen Ägäis-Insel Samos.

Im Rahmen dieses Einsatzes bekam die Leitstelle der Bundespolizei auf Samos gestern gegen 16:55 Uhr einen Hilferuf. 15 Menschen sollen demnach östlich von Samos auf einem Felsen angelandet sein. Sofort machten sich die Polizisten mit ihren beiden Polizeibooten BP 62 “Uckermark” und BP 64 “Börde” auf den Weg dorthin.

Nach einer Absuche konnten sie dort mehrere Personen auf dem Felsen entdecken, etwa 60 Meter über Seehöhe im steilen und unwegsamen Gelände. Der Einsatzleiter entsandte zunächst mit einem Tochterboot drei Kollegen zu den Personen. Das war allerdings nicht ungefährlich, denn der Fels ist dort scharfkantig, so dass die Gefahr bestand, dass sowohl das Boot beschädigt werden könnte, als auch die Kollegen sich verletzen könnten.

Nach dem Aufstieg fanden die drei Bundespolizisten eine siebenköpfige syrische Familie vor, darunter eine ältere verletzte Frau und drei kleine Kinder, die sich in schlechter körperlicher Verfassung befanden und dringend Flüssigkeit benötigten. Daraufhin erklommen zwei weitere Polizisten den Fels und brachten Wasser und medizinische Ausrüstung.

Rettung auf Samos

Bild: Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt

Zusammen mit der inzwischen eingetroffenen griechischen Feuerwehr, unter denen auch Höhenretter anwesend waren, suchte man nun gemeinsam nach einem alternativen Weg hinab, der nicht so gefährlich war. Über eine seitliche Route bargen sie dann die syrische Familie, was sich aber wegen der verletzten Frau hinauszögerte.

Sie musste mit einem Seil gesichert werden und schaffte den Abstieg nicht aus eigener Kraft. Zum Glück gelang die Rettung noch vor Einbruch der Dunkelheit, da ansonsten die ganze Aktion hätte abgebrochen werden müssen.

Rettung auf Samos

Bild: Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt

Nach einer Stunde war die Bergung geschafft und die Familie wurde mit dem Tochterboot zur BP 62 “Börde” gebracht. Für die erschöpften Kinder hielten die Polizisten bereits Kuscheltiere parat, die aus einer Spendenaktion in Neustadt in Holstein stammten. Anschließend übergaben sie die Geretteten der griechischen Küstenwache.

Der Polizeibericht hält abschließend folgendes fest:

“Es war für die eingesetzten Beamten ein schönes Gefühl in die dankbaren Augen der Geretteten zu sehen.”

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/70256/3314613

Sehr gute Arbeit, trotz widriger Umstände. Danke für euren Einsatz, liebe Kollegen!