Statement: Warum geht es nicht ohne (viel zu viel) Alkohol?

29. April 2016 at 21:17

Statement zu Alkoholexzesse bei JugendlichenDas ist eine Frage, die man berechtigterweise stellen kann, auch wenn wir sie nicht abschließend beantworten können. Was hat sich in den letzten Jahren in der „Feierkultur“ der Jugendlichen und jungen Erwachsenen verändert, dass heute – gefühlt wesentlich öfter als früher – viel zu sehr über die Stränge geschlagen wird?

Betrachten wir doch einmal zwei Meldungen der vergangenen Woche:

Da feierten Realschüler in Mannheim und Abiturienten in Magdeburg. In beiden Städten gab es massenhaft Volltrunkene. Von Körperverletzungen, Diebstählen, Drogenverstößen Sachbeschädigung und Beleidigungen ist die Rede, von Angriffen auf Polizisten und Rettungskräften am Limit. Von den hinterlassenen Müllbergen ganz zu schweigen.

Die Polizei Mannheim​ sah sich wegen der Unfassbarkeit der Vorfälle sogar zu einem Facebookeintrag genötigt und fragte zurecht “Das war nicht euer Ernst, oder???”:

Hier ein Video vom Einsatz in Magdeburg:
http://www.mdr.de/exakt/video-12740_zc-5a617df0_zs-8e2102dc.html

Natürlich haben wir auch früher gefeiert und getrunken.
Aber so wie heute? Nein, das sicherlich nicht. Natürlich gab es immer mal den einen (oder die andere), die es nicht nur ge- sondern auch deutlich ÜBERtrieben haben und als „Alkoholleiche“ vom Rettungswagen abgeholt werden mussten.

Aber so wie heute? Nein.

Insbesondere kann man vermeintlich beobachten, dass bei freudigen Ereignissen vehement und ohne jegliche Grenze (nein, auch ohne die Grenze von Vernunft, Selbstachtung oder Peinlichkeit) getrunken wird bis der Körper den Geist aufgibt (oder hat der Geist schon vor dem Körper aufgegeben?).

Warum ist das so? Warum ist es heute (gefühlt) deutlich weniger möglich, sich über etwas zu freuen und zu „feiern“ ohne im Laufe des Abends die Muttersprache zu verlieren und am Ende des Abends möglichst vollgekotzt oder -uriniert in der Ecke zu liegen?

Ist das ein erstrebenswertes Ziel?

Oder ist es einfach das „schneller, höher, weiter“-Phänomen, das schon von so manchem Musiker besungen wurde und das in den heutigen Tagen immer und überall seine Präsenz zeigt?

Was ist man heute ohne Schwanzvergleich noch wert? In der Zeit der Zahlen und Statistiken?

In Zeiten in denen die Frau innerstädtisch zum Einkaufen mit dem „größeren“ SUV fahren muss.
In Zeiten in denen der VW-Konzern als erster (durch einen blöden Zufall) medienwirksam vor die Hunde ging (oder getrieben wurde), weil gewisse Motorleistungen bei gleichzeitiger Reduzierung der Emissionen halt irgendwann (vermutlich aus physikalischen Gründen) nicht mehr zu realisieren sind.

Oder in Zeiten – um zum Thema zurückzukehren – in denen man sich damit rühmen kann, im Laufe des Abends eben 10 oder auch 20 Flaschen Bier konsumiert zu haben, ohne umzufallen oder Schlimmeres. Interessant ist es, dass eine eigentlich hochgradige Peinlichkeit, wie z.B. die Abholung der Rettungswagen samt Einlieferung ins Krankenhaus zu einer Art Trophäe wird, über die man mit Stolz berichtet!

Was ist los mit Euch, Jugend?

Was fehlt Euch, dass Ihr Eure Gesundheit so grenzenlos blind aufs Spiel setzt und Eure Würde mehr als antastbar macht?!

Ist das der negative Zusatz-Effekt, weil bei Euch ja eigentlich angekommen ist, dass besoffen Autofahren scheiße ist? (Die Statistik zeigt eine seit über 20 Jahren stetig abnehmende Zahl von Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss, allerdings ohne Einschränkungen in Bezug auf das Alter.)

Oder woran liegt es?

Wie eingangs schon erwähnt: Wir können diese Frage nicht abschließend beantworten.

Wir können lediglich appellieren!

BITTE geht verantwortungsvoll mit dem Alkohol um! Unabhängig von Verkehrsunfällen wagen wir die Behauptung, dass ein Großteil der Gewaltdelikte (ab Körperverletzung aufwärts), ebenso wie die damit in Zusammenhang stehenden Nebendelikte (Diebstahl, Unterschlagung, Beleidigung etc.), zu den „Alkoholzeiten“ zu Lasten des Alkoholkonsums gehen!

Schlicht und einfach, weil sich die „grenzenlosen“ Trinker, ob vorsätzlich oder nicht, zu Tätern oder auch zu Opfern machen, abhängig von der Wirkung des Alkohols auf die individuelle Person.

Wenn Ihr schon nicht ohne Alkohol könnt, dann trinkt ruhig – aber tut es mit VERANTWORTUNG!