Illegale Rennen: Ihr Raser, was stimmt nicht mit Euch!

22. Mai 2016 at 16:46

Illegale RennenIn regelmäßigen Abständen müssen wir in den Nachrichten erfahren, dass mal wieder irgendwo Menschen verletzt oder getötet wurden, weil irgendwelche Raser meinten, sich mit einem anderen Raser messen zu müssen.

Meist kommen diese Meldungen über die Lokalnachrichten, aber manche Vorfälle schaffen es auch bundesweite Beachtung zu finden. Hauptsächlich wegen der fatalen Schadensfolgen.

So wie aktuell der Fall aus Hagen, bei dem nicht nur einer der beteiligten Raser verletzt wurde, sondern noch vier weitere UNBETEILIGTE Menschen, darunter ein sechsjähriger Junge, der in Lebensgefahr schwebt.

Meist handelt es sich bei den Unfallrasern nicht um Frauen, sondern um Männer. Und es sind längst nicht nur diejenigen, die von der Polizei zur Gefahrengruppe “junge Fahrer” gerechnet werden. In Hagen waren die beiden Raser 33 und 46 Jahre alt.

Wir möchten kurz aufzeigen, was Ihr mit dem Rasen und den zu oft verheerenden Folgen anstellt:

Da wären zunächst die Verkehrsregeln, die Euch ja völlig egal sind. Dem Gesetz tut es nicht weh, wenn man es übertritt und falls man von der Rennleitung doch mal erwischt werden sollte, dann hat man einen guten Anwalt, der das schon wieder gerade bügelt. Für eine Gewissenspflege ist später auch noch Zeit, vielleicht…

Dann wäre da Euer eigenes Leben, welches ihr aufs Spiel setzt. Aber auch das ist Euch ganz offensichtlich egal. Für den Schwanzvergleich habt ihr verabredet oder zufällig und stillschweigend eingewilligt, dass nicht nur Eure Mühlen bei einem Unfall zerlegt werden, sondern Ihr auch verletzt, oder sogar getötet werdet.

Was Ihr aber nicht bedenkt:

Ihr greift durch Euer verantwortungsloses Verhalten in das Leben anderer ein und das hängt nicht nur vom Zufall ab. Denn es ist EURE Entscheidung, wie Ihr Euch im Straßenverkehr verhaltet und somit habt auch IHR es zu verantworten, wenn dabei etwas passiert.

Da sind zum Beispiel die anderen Verkehrsteilnehmer, die nicht damit rechnen müssen und zu oft die Leidtragenden sind, wenn Ihr im Oberstübchen einen Aussetzer habt und meint, wie ein Irrer durch die Stadt zu heizen.

Ihr spielt mit deren Leben und nehmt in Kauf, dass diejenigen, die sich verantwortungsvoll an die Regeln halten, verletzt oder getötet werden, nur weil sie zufällig zu diesem Zeitpunkt – zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto – dort unterwegs sind, wo Ihr Eure Raserei auslebt.

Das geschieht oft mit verheerenden Folgen bei den Angehörigen, die dann den schwer verletzten Partner oder das Kind pflegen müssen, oder die zukünftig ein Grab besuchen müssen, weil Euer Ego beim Schwanzvergleich unbedingt siegen wollte. Bei den Leidtragenden gibt es dann ein Leben vor und nach dem Unfall.

Da sind aber auch die Einsatzkräfte, die an solche Unfallorte gerufen werden und die Bilder zu sehen bekommen, die sich in die Erinnerung einbrennen. Wir Blaulichter nehmen diese Bilder mit nach Hause, daran können wir nichts ändern, denn wir sind nicht so gefühlskalt wie Ihr.

Uns geht das Schicksal der Unbeteiligten nahe! WIR müssen den Schrott an der Unfallstelle zusammen klauben, WIR müssen ermitteln, wie es zu dem schrecklichen Unfall kam, WIR müssen die Verletzten versorgen, WIR hören die schmerzerfüllten Schreie, WIR müssen die schreckliche Nachricht den Angehörigen überbringen und sie trösten und ihnen Fragen beantworten, auf die es keine Antworten gibt.

Und auch wir sind, wie auch die anderen Verkehrsteilnehmer, NICHT mit Eurem Verhalten einverstanden. Wir haben nicht darin eingewilligt, weder offen zustimmend, noch stillschweigend, dass Ihr wie ein Berserker durch die Stadt rast, ohne Rücksicht auf die Folgen.

Wir wissen, dass die Eingangsfrage von Euch nicht nachvollziehbar beantwortet werden kann, denn für so ein Verhalten gibt es keine Rechtfertigung! Die Antworten gleichen sich immer wieder und münden letztendlich darin, dass Ihr das alles nicht gewollt habt.

DOCH, das habt ihr, denn jeder weiß, dass die Unfallursache Nr. 1 der Geschwindigkeitsverstoß ist. Und IHR habt Euch bewusst und gewollt darüber hinweg gesetzt – für was auch immer.

Deswegen sehen wir die Eingangsfrage auch nicht als Frage, weil es keine Antwort darauf gibt. Es ist eine Feststellung. Die einzige Frage, die sich stellt, ist: Wie könnt Ihr mit dieser Schande leben?

Diese illegalen Rennen – wobei dieser Begriff irreführend ist, denn es gibt keine legalen Rennen im öffentlichen Straßenverkehr – betreffen nicht nur Autofahrer.

Auch mancher Motorradfahrer liebt es sich an die physikalischen Grenzen heran zu tasten und oft auch darüber hinaus. Nur meist gefährden sich die Motorradfahrer in erster Linie selbst, da sie keine Knautschzone wie ein Autofahrer besitzen und dann irgendwo in der Leitplanke oder im Straßengraben landen. Wenn sie aber z.B. in den Gegenverkehr unkontrolliert hinein geraten, dann gilt gleiches auch für die Kradfahrer.

Ihr Raser, was stimmt mit Euch nicht!

Symbolbild: mit Bildmaterial von der Polizei NRW Hagen​
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/30835/3332224