Nachlese 1. Mai-Einsatz

2. Mai 2016 at 20:37

Nachlese 1. Mai-EinsatzGewaltausbruch in mehreren deutschen Städten, starke Polizeikräfte in Zürich verhindern Schlimmeres

Mancherorts war der 1. Mai ruhiger als in den vergangenen Jahren, andernorts herrschte die pure Gewaltausübung seitens der Teilnehmer. Hier eine Nachlese:

Berlin

Wurde die Walpurigsnacht noch als einigermaßen ruhig dargestellt, änderte sich das Bild am Tag der Arbeit. Wie die Polizei Berlin mitteilt, wurden 59 Polizisten verletzt, 20 mehr als noch ein Jahr zuvor. Ein Bundespolizist brach sich den Fuß und musste in ein Krankenhaus.

Insgesamt mussten 6.091 Polizisten zum Einsatz heran gezogen werden, hierbei wurden die Berliner Einsatzkräfte durch 2.183 Kollegen aus anderen Bundesländern unterstützt. 42 Tatverdächtige wurden festgenommen und zahlreiche Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Immer wieder kam es zu Angriffen auf die Polizisten durch Stein- und Flaschenwürfe und Pyrotechnikbewurf. Besonders am Lausitzer Platz eskalierte die Gewalt. Der Polizeibericht hält fest:

“Der Aufzug erreichte den Platz gegen 20 Uhr und wurde kurze Zeit später vom Versammlungsleiter für beendet erklärt. Hier griffen Gewalttäter die Polizei an, indem sie Flaschen und Steine auf die Beamten warfen. In dieser Situation wurden etliche Polizeibeamte verletzt.”

So konstatierte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt: “Solange Polizisten verletzt werden, vermag ich nicht von einem friedlichen 1. Mai zu sprechen. Mein Ziel bleibt ein 1. Mai ohne Verletzte.”

Demgegenüber sprach der Innensenator Frank Henkel von einer “überwiegend positiven Bilanz”, was im völligen Gegensatz zu den tatsächlichen Geschehnissen steht.

Als ob die Gewaltausübung gegenüber den Polizisten nicht schon reichen würde, zeigte sich auch, dass bei diesem Großeinsatz die Technik weder ausgereift noch einsatzbereit war. Die Kollegen klagten über massive Kommunikationsprobleme, “weil sowohl der Digitalfunk als auch die Reservesysteme den Geist aufgegeben haben”, so der GdP-Vize Herrmann.

https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.474077.php

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/05/1mai-demonstration-verletzte-festnahmen-bilanz.html

Ein verstörendes Video, welches offenbart, wie gezielt die Angreifer auf die Polizisten am Lausitzer Platz losgingen, wurde vom RBB hochgeladen:

Plauen (Sachsen)

Die Polizei berichtet von einem massiven Gewaltausbruch gegenüber den Einsatzkräften. Die Gewalttäter kamen sowohl aus den Reihen der Links-, wie auch der Rechtsextremisten.

Die Einsatzkräfte standen zwischen den beiden verfeindeten Lagern und hielten sie auf Distanz, was jedoch dazu führte, dass die Polizisten Ziel der Angriffe wurde. Immer wieder wurde versucht die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Pfefferspray und Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Hamburg

Auch in Hamburg wurden insbesondere durch Linksautonome Polizisten angegriffen. Die meist schwarz gekleideten und vermummten Gewalttäter bewarfen die Einsatzkräfte mit Steinen und Pyrotechnik. Hierbei wurden sogenannte Polenböller und selbstgebastelte Sprengsätze sichergestellt. Die Entschärfer kamen zum Einsatz, weil nicht klar war, welch gefährliches Gemisch hier zusammen gebraut wurde.

In der Fruchtallee wurde eine Versammlung wegen anhaltender Gewaltausbrüche von der Polizei aufgelöst. Zuvor wurden Wasserwerfer eingesetzt. Die ehemaligen Versammlungsteilnehmer entfernten sich dann in Richtung Schanzenviertel.

Insgesamt kamen in Hamburg 1.650 Polizisten zum Einsatz, wovon 300 Unterstützungskräfte von der Bundespolizei sowie aus Schleswig-Holstein und Bremen kamen. Mehrere Polizisten wurden verletzt, eine genau Anzahl ist noch nicht bekannt gegeben worden.

Es wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Neben den zahlreichen Sicherstellungen wurden auch 21 Personen in Gewahrsam genommen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3315910

Bochum (NRW)

In Bochum kam es ebenfalls zu schweren Ausschreitungen. Dem Aufzug der NPD, zu der 180 Teilnehmer gekommen waren, formierte sich eine Gegendemo mit 2.400 Teilnehmern, unter denen sich 650 gewaltbereite Personen befanden.

Die Einsatzkräfte wurden aus der Gegendemo heraus mit Flaschen, Steinen, Rauchtöpfen und anderer Pyrotechnik beworfen. Vier Polizist, eine Kollegin und drei Kollegen, wurden derart verletzt, dass sie zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden mussten.

Durch die Polizei musste massiv Pfefferspray eingesetzt werden, um Schlimmeres zu verhindern, wie es im Polizeibericht heißt. In Bochum kamen mehrere hundert Polizisten zum Einsatz, darunter auch Kräfte von Bundes- und Bereitschaftspolizei.

Es wurden 306 Störer in Gewahrsam genommen und 36 Anzeigen gefertigt.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/3315884

Wie wir gestern berichteten, bereitete sich die Stadt- und Kantonspolizei Zürich (Schweiz) ebenfalls auf Angriffe gegenüber den Einsatzkräften vor. Es war nämlich bekannt geworden, dass die Polizisten nicht nur mit Flaschen und Steinen, sondern auch mit Säure angegriffen werden sollten. In der linksautonomen Szene gab es einen entsprechenden Aufruf.

Nachdem mittags bei einer genehmigten Demo linke Gewalttäter hohen Sachschaden durch Farbschmierereien an Polizeigebäuden und Geschäften, sowie durch das Einschlagen von Schaufenstern, verursachten, kam es später zu einem weiteren Einsatz.

Die Polizei hatte daher ein massives Aufgebot bereitgestellt um Ausschreitungen zu verhindern. Dieser Plan ging letztendlich auch auf. 140 Personen, die einen unbewilligten Demoaufzug bilden wollten, teils vermummt waren und Feuerwerk zündeten, wurden von zahlreichen Polizeikräften festgesetzt.

Nachdem umliegende Straßen abgeriegelt worden waren, wurden die Personen kontrolliert und zehn von ihnen in Gewahrsam genommen. Die Polizeiaktion, die nur eine Stunde dauerte, verlief unter den Augen zahlreicher Beobachter friedlich.

Es waren keine Verletzten zu beklagen.

http://www.kapo.zh.ch/internet/sicherheitsdirektion/kapo/de/aktuell/medienmitteilungen/2016_03/1605013o.html

Es ist einfach nicht zu begreifen, dass so viele Menschen ihr Grundrecht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit derart mit Füßen treten. Diese Gewaltausbrüche sind Besorgnis erregend.

Auch wenn es nur ein Wort ist, ist es allerdings in diesem Zusammenhang löblich, dass die Polizei Berlin nicht mehr von Störern oder Straftätern spricht, sondern die gewaltbereiten, meist (aber nicht nur) aus dem linken Spektrum stammenden Täter auch als das benennt, was sie sind: Gewalttäter.

Wir wünschen allen verletzten Kollegen gute Besserung!