Polizei Aargau löst mit größter Ermittlungsaktion ihrer Geschichte Vierfachmord und verhindert offenbar noch schlimmeres

17. Mai 2016 at 21:15

Vierfachmord aufgeklärt146 Tage ist es her, als in Rupperswil (Schweiz) ein Vierfachmord geschah. Es war völlig unklar, wer der Täter sein könnte und wegen der dürftigen Beweislage setzte die Kantonspolizei Aargau die größte Ermittlungsaktion in Gange, den sie je in ihrer Geschichte gesehen hatte. Dies führte nun zum Erfolg.

Es war kurz vor Weihnachten 2015, als der Vater seine Tochter und ihre zwei Söhne, sowie die Freundin des ältesten Sohnes, tot zu Hause vorfand. Im Haus war ein Feuer ausgebrochen, so dass zunächst die Feuerwehr den Brand ablöschen musste. Angehörige und Polizei standen vor einem Rätsel.

Seit der Tat ermittelten insgesamt 100 Polizisten und eine 40köpfige Sonderkommission an dem Fall. Nach mehreren Aufrufen und der Auslobung einer Belohnung in Höhe von 100.000 Franken gingen bei der Polizei 650 Hinweise ein. Aber keiner dieser Hinweise führte zum Täter. Markus Gisin, Chef der Kripo: “Zum Ziel führte aufwendige, langwierige Ermittlungsarbeit.”

Vergangene Woche klickten die Handschellen. In einer großangelegten Polizeiaktion mit 72stündiger Vorbereitungszeit wurde der Täter in der Öffentlichkeit festgenommen. Nachdem seine DNA und die Fingerabdrücke mit denen am Tatort verglichen wurden und überein stimmten, legte der Mann ein Geständnis ab.

Offenbar völlig zufällig hatte der 33jährige Student, der bis dahin bei der Polizei ein unbeschriebenes Blatt war, sein Opfer ausgesucht. Dabei ging es dem Täter offenbar um Geld und Sex.

Durch eine List erschlich sich der Täter offenbar Zugang zum Haus von Carla S., nachdem ihr Lebensgefährte das Haus verlassen hatte. Man führte ein zunächst unverfängliches Gespräch. Irgendwann forderte er Carla S. auf, die Söhne und die Freundin des ältesten Sohnes zu fesseln. Als Carla S. ihre finanzielle Situation offenlegte, schickte er sie zur Bank, um Geld für ihn abzuheben.

Nachdem sie mit dem Geld zurückgekehrt war, fesselte er auch Carla S. und verging sich anschließend am jüngeren Sohn. Danach schnitt er allen vier Personen die Kehlen durch, zündete sie an und verließ das Haus.

Bei der Durchsuchung im Haus des Studenten fand die Polizei “einen gepackten Rucksack mit einer alten Armeepistole und Utensilien zur Fesselung”, so der Kripo-Chef. Er ist sich sicher, dass man wohl ein bevorstehendes gleichgelagertes Delikt verhindert habe.

Für den Ort Rupperswil war die Bekanntgabe der Festnahme des Vierfachmörders eine Erleichterung. Ob diese Tatsache auch den Hinterbliebenen nun Ruhe und Frieden bescheren wird, ist fraglich.

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/ein-student-war-der-moerder-sein-motiv-waren-sex-und-geld-und-er-plante-schon-die-naechste-tat-130267907

Auch bei den ermittelnden Kollegen kehrte Erleichterung ein, als klar wurde, dass sie mit den umfangreichen Ermittlungen auch ohne entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung den Fall geklärt bekommen würde. Doch mit der Festnahme des Mörders ist die Arbeit noch nicht zu Ende, denn es folgt nun die beweissichere Dokumentation für das anstehende Gerichtsverfahren.

Und bei aller Schrecklichkeit dieser Tat dürften die Kollegen nicht nur erleichtert sein, es dürfte sicher auch etwas Stolz mitschwingen, dass die größte Ermittlungsaktion in der Geschichte der Aargauer Polizei letzten Endes erfolgreich war, noch bevor der Täter abermals zuschlagen konnte.

Anerkennung für die erfolgreiche Ermittlungsarbeit.

Den Hinterbliebenen gilt unser Mitgefühl und der Wunsch nach Kraft zur Verarbeitung dieses schrecklichen Verlustes.