Schwarz gefiederter Wiederholungstäter begeht Mund-, Verzeihung, Schnabelraub

17. Mai 2016 at 19:57

SchnabelraubEinen ganz besonderen Fall hat die Polizei in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit dem Geschädigten aufgedeckt. Die Sachlage war überraschend anders, als zunächst befürchtet.

Ein Bürger aus Schierwaldenrath wandte sich am 9. Mai an die Polizei, da ihm zum wiederholten Male die allmorgendliche Brötchenlieferung gestohlen wurde. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, wer der Dieb sein könnte, der ihn um sein Frühstück brachte.

Durch umfangreiche Ermittlungen unter Zuhilfenahme technischer Einrichtungen konnte der Fall schnell aufgeklärt werden. Der schwarz gefiederte Wiederholungstäter war ein unter Ornithologen als Rabe bekannter Vogel.

Das geschickte Tier suchte den Tatort fliegender Weise auf. Nach konspirativer Observation des begehrten Stehlguts öffnete der Vogel die Tüte, pickte sich ein Brötchen heraus und verschwand auf selbigem Weg in unbekannte Richtung. Das Ganze wiederholte der Täter innerhalb kurzer Zeit, bis die Brötchentüte leer war.

Der Polizeibericht hält abschließend fest:

“Bislang gelang es noch nicht, dem dreisten Brötchendieb habhaft zu werden, um dem Schierwaldenrather im Rahmen der Rückgewinnungshilfe das Diebesgut wieder auszuhändigen.”

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65845/3325772

Nun, ob der geschädigte Bürger das Diebesgut wieder zurück haben möchte, bleibt fraglich. Auch dürfte es schwierig werden, den Dieb von seiner strafbaren Handlung abzuhalten, es sei denn, der Geschädigte trifft anderweitige Vorkehrungen.

Kurzer Hinweis zum Mundraub:

Der Tatbestand des umgangssprachlichen Mundraubes gab es tatsächlich einmal und wurde vor vielen Jahren abgeschafft. Laut Definition handelt es sich beim Mundraub um einen Diebstahl oder eine Unterschlagung von Nahrungs- oder Genussmitteln zum baldigen Verzehr im geringwertigen Bereich.

Nach heutiger Rechtslage begeht ein “Mundräuber” nichts anderes, als einen Diebstahl oder eine Unterschlagung. Die Tat wird, je nach Gesetzeslage (z.B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz), nur auf Antrag verfolgt.

Und da ein Rabe keinen Mund hat, haben wir in diesem Fall unzweifelhaft auf Schnabelraub erkannt 😉