Sexuelle Belästigung von Polizistinnen: Was stellt das mit den Frauen in Uniform an?

12. Mai 2016 at 21:31

Sexuelle Belästigung von PolizistinnenDie ARD-Sendung “Fakt” berichtete in einem ihrer Beiträge aktuell darüber, dass Polizistinnen in Flüchtlingsunterkünften im Einsatz sexuell belästigt würden. Im Beitrag kommen drei Beamtinnen unabhängig voneinander zu Wort und sie erzählen, was ihnen im Einsatz widerfahren ist.

So schildert eine Polizistin, dass sich bei Überprüfung der Personalien in den Personaldokumenten Zettel befanden, auf denen stand: “Willst Du mit mir ficken, bläst Du mir einen, willst Du mit mir Liebe machen”.

Eine andere berichtet, dass sie als sichernde Polizistin, während ihr Kollege den Fall aufklären möchte, von mehreren Flüchtlingen bedrängt wurde und diese versuchten sie zu betatschen. Sie konnte sich nur durch entsprechendes verbales Auftreten die Männer sprichwörtlich vom Halse halten. Eine Personalienfeststellung sei gar nicht möglich gewesen, weil die Polizei personell völlig unterbesetzt sei.

“Fakt” hatte in den Innenministerien nachgehört, wie es sich mit derlei Vorfällen verhält. Die Redaktion bekam entweder zur Antwort, dass darüber keine Informationen vorlägen, oder es erfolgte gar keine Reaktion. Lediglich das Innenministerium Sachsens erklärt auf Anfrage, dass aus dem Jahr 2015 ein Fall aktenkundig geworden sei. Aber nicht jeder Fall würde zur Anzeige gebracht, da die Beamten im polizeilichen Alltag “nicht auf jede Bemerkung” reagierten.

Laut Gewerkschaften wird die Dunkelziffer der sexuellen Übergriffe hoch eingeschätzt. “Da kommt es uns zu Ohren als Gewerkschaft, dass es häufiger passiert als es uns lieb ist, dass Kolleginnen von uns verbal angegriffen werden oder bis unter die Gürtellinie beleidigt werden”, heißt es da von Hagen Husgen, Vorsitzende der GdP Sachsen. Manche Kollegin traue sich erst gar nicht, etwas zu sagen.

Im Rahmen eines Symposiums einer Gewerkschaft äußerte sich auch die bekannte Polizistin und Buchautorin Tania Kambouri zu diesem Thema. “Schweigen wir es tot, kriegen wir die Probleme gar nicht mehr in den Griff”, sagte sie gegenüber “Fakt”. Außerdem kritisierte sie, dass die Beamtinnen von manchen Behörden dazu aufgefordert würden, sich nicht zu diesem Thema zu äußern.

Die Polizistinnen in dem Filmbeitrag zeigen sich schockiert und beschämt über ein solches Verhalten. Sie verstehen einfach nicht, wie diese Männer ihre Autorität als Amtsträgerin und ihr Geschlecht untergraben bzw. missachten. Ganz zu schweigen davon, wie das Selbstwertgefühl darunter leidet, wenn man so etwas ständig zu hören bekommt oder über sich ergehen lassen muss.

Mancher Gewerkschafter ist sogar der Meinung, man sollte die Flüchtlinge “beschulen”, wie man sich in Deutschland gegenüber einer Frau bzw. einer Polizistin zu verhalten habe, dass sich die Geschlechter hier auf Augenhöhe und Respekt begegnen. Das mag vielleicht hilfreich sein, aber dazu gehört es auch, dass derjenige, der beschult wird, die Einsicht und den Willen hat, das Gesagte umzusetzen und anzunehmen. Ist das bei diesen Männern wahrscheinlich?

Aber diese Respektlosigkeiten und sexuellen Übergriffe sind keine Sache, die alleine Flüchtlinge betrifft. Auch andere Männer aus gewissen Kulturkreisen missachten Polizistinnen. Verbale Tiefschläge, sture Missachtung, eine Berührung hier und eine ungewollte Umarmung dort, das ist Alltag. Leider!

Und wer meint, er könne jetzt die Keule gegen Migranten schwingen, den belehren wir eines besseren: auch Deutsche verlieren zuweilen jede Regel von Anstand und Sitte und verhalten sich genauso, zumeist dann, wenn Alkohol im Spiel ist.

Mancher wird nun sicherlich einwenden, dass eine Polizistin ausgebildet sei und so viel Selbstbewusstsein haben sollte, dass sie darüber stehen sollte.

Dem sei gesagt: NEIN, dass muss sich KEINE Frau gefallen lassen, ob sie nun eine Uniform trägt oder nicht!

Genau diese Diskussion wird doch gerade öffentlich nach den Ereignissen an Silvester geführt. Frauen sind kein Vieh und Stückgut, mit dem ein Mann verfahren kann, wie es ihm beliebt. Sie sind per Gesetz gleichberechtigt mit den Männern und auch ihre Würde ist unantastbar. Daran hat sich jeder zu halten, egal woher er stammt!

Sollte es tatsächlich Vorgesetzte geben (was wir nicht für unmöglich halten), die ihre Mitarbeiterinnen dazu auffordern, nichts über solche Vorfälle zu sagen oder gar Anzeige zu erstatten, dann grenzt das – wenn auch nicht strafrechtlich, so zumindest aber moralisch – an Nötigung, wenn nicht sogar Mittäterschaft.

Links zum Thema:

http://www.mdr.de/fakt/fakt-sexuelle-belaestigung-polizistinnen-durch-asylbewerber-100.html

Videobeitrag von Fakt in der Mediathek:
http://mediathek.daserste.de/FAKT/Wird-sexuelle-Bel%C3%A4stigung-heruntergespie/Das-Erste/Video?documentId=35258224&topRessort&bcastId=310854