Dienstschluss und Dienstende

17. Juni 2016 at 20:44

Dienstschluss und DienstendeGerade eben hat man seine/n Partner/in noch zum Dienst verabschiedet. Die Stunden bis zum Dienstschluss kommen einem wie eine Ewigkeit vor. Die Sorge und die Hoffnung auf ein Wiedersehen versucht man zu unterdrücken, doch einfach ist es nicht. Aber im Dienst herrscht schon genug Ungewissheit bei jedem Einsatz, da darf die Sorge der Liebsten von zu Hause nicht noch dazu kommen.

Aufmerksam verfolgt man von überall die Nachrichten. Im Radio oder auch im Internet. Dann kommt die Meldung: Polizeibeamte wurden verletzt. Nun nimmt die Sorge um den Partner eine andere Form an. Man versucht ihn zu erreichen. Keine Antwort. Jetzt wird man komplett unruhig, versucht sich einzureden, das er sich sicherlich bald meldet und nur gerade bei einem Einsatz ist. Doch nichts geschieht .

Es klingelt an der Tür. Zwei Kollegen und ein Seelsorger stehen da. Es bedarf eigentlich jetzt schon keiner weiteren Worte mehr. Ein Alptraum beginnt.

Tränen laufen über das Gesicht, ohne, dass man irgendetwas weiß. Das Dienstende ist da, das man so gefürchtet hat und niemals erleben wollte. Es gab noch so viele gemeinsame Pläne, gemeinsame Jahre. Doch nichts ist mehr davon übrig. Man hört den Kollegen und dem Seelsorger zu, doch verstehen, begreifen kann man es nicht.

Man wartet immer noch, in der Hoffnung, dass nach Dienstende die Tür auf geht und alles nur ein Alptraum war. Der Dienst ist schon lange zu Ende, doch er/sie kommt nicht. Die Frage nach dem Warum wird immer größer.

Mein Partner/in wollte nur den Menschen helfen und wurde selbst zum Opfer.

Die Frage nach dem Warum dieses Dienstendes wird immer bleiben. Der Mensch der er/sie getötet hat und uns alles nahm, lebt! Er/sie bekommt vielleicht ein Strafe, doch die kann leider den geliebten Menschen nicht ersetzen.

Auch die Kollegen sind unendlich traurig und machen sich nicht selten Vorwürfe. Doch sie waren nicht am Ort des Geschehens. Auch ihnen wird klar, das ihr Job immer gefährlicher wird und einige bekommen Zweifel. Die Trauer überwiegt und dennoch geht ihr Dienst weiter, bis zum Schluss, der hoffentlich kein solches Ende bedeutet.

Der einzige kleine Trost ist die große Anteilnahme. Aber die Gewissheit , das nichts mehr so sein wird wie es einmal war, die bleibt und macht das Leben fast unerträglich.

Gedanken die sich keiner Macht der einen Polizisten/eine Polizistin angreift. Sie nehmen den Familien alles und ziehen ihnen den Boden unter den Füßen weg.

Gewalt gegenüber Beamten sollte härter bestraft werden und endlich aufhören. Denn es sind Menschen in Uniform. Väter, Mütter, Oma, Opa, Onkel, Tante, Brüder und Schwestern. Freunde und Angehörige, die alle diesen Job mit ertragen und immer hoffen, dass er nie ein solches Ende nimmt.