Eltern lassen Säugling im aufgeheizten Auto zurück: Polizisten schlagen Scheibe ein

5. Juni 2016 at 15:31

Eltern lassen Säugling im aufgeheizten Auto zurück

Bild: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bad Segeberg

Gestern gegen Mittag meldeten sich Passanten per Notruf, dass auf einem Parkplatz in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) ein Säugling in einem verschlossenen und offenbar aufgeheizten Wagen schreien würde. Die Eltern seien weit und breit nicht zu sehen.

Daraufhin wurden sofort eine Polizeistreife, ein Rettungswagen und die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg zum Parkplatz entsandt. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr sahen die eingesetzten Polizisten, die bereits nur eine Minute nach Notrufeingang vor Ort waren, die Notwendigkeit für unmittelbares Handeln und schlugen die Scheibe des Fahrzeugs ein.

Zu diesem Zeitpunkt schrie das Baby schon nicht mehr, sondern schien weggetreten. Sie retteten das vier Monate junge Mädchen aus dem Wagen und übergaben es anschließend den Rettungssanitätern. Wie es im Polizeibericht heißt, hat sich das Baby mittlerweile wieder erholt und es geht ihm gut.

Wo sich die Eltern aufgehalten haben konnten die Einsatzkräfte vor Ort nicht ermitteln. Eine Suche in den angrenzenden Supermärkten und entsprechende Lautsprecherdurchsagen verliefen ergebnislos.

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen gegen die Eltern wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen, das Jugendamt ist eingeschaltet. Wie die bisherigen Ermittlungen ergeben haben, muss das Baby mindestens 50 Minuten im aufgeheizten Fahrzeug zurück gelassen worden sein.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/19027/3344214

Die Feuerwehr erklärt hierzu:

“Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass bei sommerlichen Temperaturen innerhalb von nur 15 Min. Temperaturen im Inneren des Fahrzeugs entstehen, die tödlich sein können. Die Temperaturen steigen schnell auf über 60 Grad. Dabei erhitzen sich dunkle Fahrzeug wesentlich schneller.
Auch für Tiere kann der “Hitzekäfig Auto” zur tödlichen Falle werden. Die Feuerwehren werden immer wieder gerufen. um auch Tiere aus dieser gefährlichen Lage zu befreien.”

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/68034/3344069