Leserbrief: …weil der Job einfach mehr als nur Verwarngeld und Strafrecht ist…

11. Juni 2016 at 22:30

...weil der Job einfach mehr als nur Verwarngeld und Strafrecht ist...

Die Mitarbeiter eines Lebensmitteldiscounters wählen den Notruf der Polizei. Eine ältere Kundin sei hilflos angetroffen worden. Die ältere Dame stand an der Kasse, plötzlich reagierte sie nicht mehr, antwortete nicht. Später klarte sie auf, war aber orientierungslos.

Die Mitarbeiter entschlossen sich die Polizei zu informieren. Sie schildern dem Polizisten am Telefon, dass die Dame inzwischen wieder soweit orientiert sei, dass sie Angaben zu ihrer Person machen könne.

Der Beamte am Notruftelefon alarmiert neben einer Streife (uns) auch die Rettung.

Die Retter stellen fest, dass die Dame einen epileptischen Anfall erlitten hatte. Da sie inzwischen orientiert war und nicht in ein Krankenhaus gebracht werden wollte, entschlossen wir uns die Dame nach Hause zu bringen. Nur der Einkaufswagen und der Stoffbeutel mit dem Portemonnaie der Dame blieb verschwunden.

Sollte jemand die Hilflosigkeit ausgenutzt haben? Wir suchten den kompletten Verkaufsraum nach dem Einkaufswagen und dem Portemonnaie ab – leider ohne Erfolg.

Wir brachten die Dame nach Hause zu ihrem Ehemann. Noch während der Anzeigenaufnahme wegen des entwendeten Portemonnaies erhielten wir die Information, dass sich die Sachen der Dame doch noch im Discounter befänden.

Ohne lange zu überlegen erklären wir uns bereit die Sachen zu holen und der Dame nach Hause zu bringen. Im Discounter war neben den Sachen der Dame auch der Wagen mit ihren Lebensmitteln – offenbar das Abendbrot der beiden Rentner – vorhanden.

Was tun? Ohne diesen Einkauf haben die beiden vielleicht nichts zu essen, war unser Gedanke. So entschlossen wir uns nicht nur die Sachen mitzunehmen, sondern auch noch den Einkauf der Rentnerin abzuschließen.

Dankbar nahmen die Dame und ihr Mann ihre Sachen und das Abendbrot entgegen.

Neben den ganzen alltäglich wiederkehrenden Einsätzen war das mal einer für’s 💙

Der Kollege, der uns diesen Erfahrungsbericht zukommen ließ, ist uns namentlich bekannt, möchte aber anonym bleiben. Der Vorfall ereignete sich gestern in einer größeren Stadt, irgendwo im deutschsprachigen Raum.

Eine Geschichte, die in keiner Zeitung stehen wird, aber sehr schön in unsere fortlaufende Sammlung “Die positive Geschichte” passt. Danke dafür!