Nach Schüssen auf Jugendliche in Bremen: Verfahren eingestellt: Polizist handelte in Notwehr

9. Juni 2016 at 1:36

Verfahren eingestelltAnfang März dieses Jahres berichteten wir von einem Vorfall in Bremen, bei dem es zu einem Schusswaffengebrauch seitens der Polizei kam und eine Jugendliche schwer verletzt wurde. Das Verfahren gegen den Schützen wurde nun eingestellt.

Auf einer Party in der Bremer Altstadt gab es damals Ärger, weil ungebetene Gäste dort für Streit sorgten. Die Polizei wurde gerufen. Als die Polizisten vor der Wohnung standen, waren die Störer zwar schon wieder weg, die Partygäste dachten aber, dass diese wieder zurück gekehrt seien, als die Polizisten klingelten.

So kam es, dass einer der Partygäste die Wohnungstür einen Spalt breit öffnete und dann mit einer Schreckschusswaffe in Richtung Treppenhaus schoss. Die Tür wurde sofort wieder geschlossen. Die Beamten schossen ihrerseits zurück. Insgesamt fünf Schüsse wurde abgegeben, von denen drei eine Jugendliche in den Körper trafen. Sie wurde schwer verletzt und musste operiert werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt daraufhin gegen den Polizisten, der die Schüsse abgegeben hatte. Es galt zu prüfen, ob die Schussabgabe gerechtfertigt war.

In dem eigens hierzu erstellten Gutachten kam man zu dem Schluss, dass die Polizisten in dieser Situation nicht erkennen konnten, ob es sich um eine scharfe oder eine Schreckschusswaffe gehandelt hatte, mit der durch die Partygäste geschossen wurde.

Weder optisch, noch durch Knall und Feuerstrahl konnte es für die Beamten einen erkennbaren Unterschied geben, so dass sie von einem Angriff auf Leib und Leben ausgehen mussten.

Zudem hatte der Polizist sich mehrfach als solcher zu erkennen gegeben, indem mehrfach “Polizei” gerufen hatte. Da im Treppenhaus Blutspuren zu erkennen waren, gab es für die Beamten keine Alternative, als die Wohnung zu betreten und den Sachverhalt aufzuklären.

Die Staatsanwaltschaft Bremen geht nun davon aus, dass die Polizisten in Notwehr gehandelt haben und stellte daraufhin das Verfahren ein.

http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/verfahren-eingestellt100.html

Dies ist unzweifelhaft eine gute Nachricht für den Kollegen, der sich sicher selbst hinterfragt haben wird. Da das Verfahren nun eingestellt ist, kann er hoffentlich den Vorfall verarbeiten und irgendwann damit abschließen. Wir wünschen ihm die notwendige Unterstützung dafür.