Umsonst aufgeregt: Verfahren gegen Polizisten von Clausnitz eingestellt

9. Juni 2016 at 22:53

Umsonst aufgeregtDer Vorfall hatte im Februar dieses Jahres für Aufsehen gesorgt. Ein rechter Mob, der vor einem mit Flüchtlingen besetzten Bus Parolen skandierte und dadurch verhinderte, dass der Bus zur Flüchtlingsunterkunft in Clausnitz vorfahren konnte.

Die Polizei wurde eingesetzt und sorgte dafür, dass die mittlerweile verängstigten Flüchtlinge endlich den Bus verlassen können. Hierbei kam es zu einer Szene, die von einem Anwesenden festgehalten und das Video ins Internet gestellt wurde.

Ein Polizist packt einen Jungen und bringt ihn mit körperlicher Gewalt aus dem Bus heraus in die Unterkunft. Ein Shitstorm in den sozialen Medien brach los und jeder wusste vermeintlich, dass der Polizist nur unverhältnismäßig gehandelt haben konnte. Wir berichteten damals darüber.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat nun das Verfahren gegen den dort handelnden Polizisten eingestellt. Es wurde wegen Körperverletzung im Amt gegen ihn ermittelt und insgesamt 84 Anzeigen waren bei der Staatsanwaltschaft deswegen eingegangen.

Einer der Anzeigeerstatter war der Bundestagsabgeordnete der Linken, Niema Movassat. Dieser bekam nun den Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Chemnitz, aus dem allerdings die Gründe für die Einstellung nicht hervorgehen:

Hetze, Shitstorm, Verleumdungen, teils sogar Bedrohungen. Das waren die Folgen des Vorfalles, denen die Polizei in Gänze, aber auch die dort eingesetzten Kollegen ausgesetzt waren. Nur allein wegen des kurzen Videos hatte das Facebook-Gericht geurteilt.

Und nun? Alles umsonst gewesen. Aber die Kollegen und ihre Familien mussten in der Zwischenzeit mit den Anfeindungen und dem eingeleiteten Strafverfahren umgehen lernen.