Gaffen…

19. Juli 2016 at 23:25

Gaffen...Es benötigt keine besondere Begabung um seinen Blick auf die Angelegenheiten anderer Menschen zu werfen, aber Verstand um es zu lassen!

Jeder Mensch verfügt über eine Gewisse Neugier und eine Portion Verstand, so sollte man doch mal annehmen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Das wurde – wie wir berichteten – bereits mehrmals deutlich, so wie kürzlich auch bei einem Polizeieinsatz am 15. Juli in Dortmund (Nordrhein-Westfalen).

Dort prallten aus ungeklärter Ursache am Freitagabend, gegen 18.55 Uhr, auf der Steinstraße zwei Autos aufeinander, wobei sich einer der Wagen anschließend überschlug.

Beide Fahrzeugführer mussten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 20.000 Euro.

Bis dahin hört es sich nach einem normalen und alltäglichen Polizei- und Rettungseinsatz an.

Doch was während dieses Einsatzes noch stattfand, ist nicht mehr nach zu vollziehen. Denn um die Unfallstelle herum kamen mehrere hunderte Schaulustige zusammen und es kam zu sehr unschönen Szenen.

Immer wieder versuchten zahlreiche Personen an den zur Absperrung eingesetzten Beamten vorbei zu kommen, um so nah wie möglich an die Rettungsmaßnahmen zu gelangen und mit den Mobiltelefon Aufnahmen anzufertigen.

Dadurch entwickelten sich immer wieder gefährliche Situationen, da einzelne abbiegende Fahrzeugführer ebenso die Rettungsmaßnahmen begaffen wollten und nicht auf den Straßenverkehr, und damit auf die anderen Gaffer, die zu Fuß unterwegs waren, achteten.

Auch ausgesprochene Platzverweise wurden ignoriert und die Beamten versuchten mit Drohungen einzuschüchtern. Doch dies quittierten die Gaffer mit Sätzen wie: “Ich weiß ja wo du arbeitest. Gleich ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder, dann passiert was.”

Beim Zurückdrängen eines Teils der “Rädelsführer”, kam es immer wieder zu Solidarisierungseffekten aus der Menge, offenkundig um die polizeilichen Maßnahmen zu vereiteln. Eine deutliche und wiederholte Ansprache durch die Einsatzkräfte blieb ohne Erfolg. Bei fast allen Anwesenden war keinerlei Einsicht erkennbar.

Ein schwieriger Einsatz. Wie geht man mit Menschen um, die sich weder belehren noch von Argumenten überzeugen lassen und bei denen die rechtliche Konsequenz ihres Tuns hinter die Sensationslust zurück tritt?

Als die Menschenmenge sich weiter zusammen schloss und die Situation noch bedrohlicher wurde, musste ein Diensthund eingesetzt werden. Dadurch beruhigte sich die Situation etwas, wobei einige auch weiterhin den Hund provozierten. Somit musste der Diensthundeführer mit seinem vierbeinigen Kollegen bis zum Abschluss der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen vor Ort bleiben.

Bis zum Ende der Unfallaufnahme mussten sich die eingesetzten Beamten massive Bedrohungen und Beleidigungen anhören. Ein 19-jähriger konnte als Tatverdächtigen identifiziert werden und gegen ihn wurde eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Bedrohung und des Widerstandes erstattet.

Immer wieder werden durch Gaffer die Einsätze massiv gestört. Die Nase in die Angelegenheiten anderer Menschen zu stecken und “sensationsgeil” zu sein gehört erschreckender Weise mittlerweile zum Alltag.

Doch Beleidigungen und Androhungen auszusprechen um seine Sensationsgeilheit ausleben zu können, lässt schon tief blicken.

Ihr Gaffer solltet Euch schämen und darüber nachdenken was wäre, wenn IHR da liegen würdet, wenn ihr Bilder und Filme von euren Angehörigen im Netzwerk vorfinden würdet. Dann wäre das Geschrei sicher groß.

Anstatt zu helfen oder dafür zu sorgen, dass die Einsatzkräfte in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können um Leben zu retten, müssen sie sich auch nun noch bedrohen und beleidigen lassen. Während dieser Zeit könnte ein Mensch sterben und das geht dann auf Kosten der Sensationsgeilheit.

Einfach unglaublich, all diese Menschen sollten bestraft und ihnen eine Handyverbot ausgesprochen werden. Oder noch besser, ohne Handy direkt an der Rettungsmaßnahme beteiligt werden, damit sie die Sensation mal mit ihren Händen, ihren Augen und mit ihrem Verstand live erleben.

Solche Berichte machen mich als Bürgerin traurig aber auch wütend.

Ich danke den Einsatzkräften für ihre Geduld und wünsche mir, dass sie keinen Einsatz mehr unter diesen Bedingungen erleben müssen!

Pressebericht:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3380839