Leserbrief von Sandra: „Passen Sie bitte gut auf sich auf!“

29. Juli 2016 at 21:59

Passen Sie bitte gut auf sich auf!

Diese Worte sind erst ein paar Stunden her und an sich eigentlich nicht sonderlich spektakulär. Oder doch? Immerhin haben sie mich, als ich sie gehört habe in einer Art sprachlos werden lassen, die auf gewisse Weise immer noch anhält.

Eigentlich war ich nur schnell etwas zu trinken kaufen, in voller Montur. Wie das eben so ist im Dienst. Schnell das Trinken geschnappt, ich wusste ja was ich will. Schnell muss es am Besten immer gehen.

Manchmal erntet man sogar noch verstohlene Blicke von Leuten, wie man sich nur etwas zu essen oder trinken kaufen kann. Dabei sind wir auch nur Menschen. Dennoch erlebt man es gerade auch beim Einkaufen öfter, dass einen manche Bürger an der Kasse vorlassen, wenn sie einen so da stehen sehen, mit z.B. einer Schüssel Salat in der Hand.

„Gehen Sie ruhig vor, ich habe Zeit.“

Zu gerne nimmt man diese Angebote an. Denn Zeit ist relativ. Vor allem im Dienst. Da kann ein Essen auch schnell mal beendet sein, teilweise noch bevor man damit angefangen hat.

Insofern schon mal ein riesiges DANKE!!!

Natürlich würden wir auch wie jeder andere brav in der Schlange warten. Machen wir ja sonst auch. Heute z.B. stand ich normal in der Schlange, bezahlte meinen Apfelsaft und bevor ich gehen wollte, sagte mir die Kassiererin die lieben Worte:

„Passen Sie bitte gut auf sich auf!“ Diesen Worten schloss sich direkt die Kundin, die nach mir kam an: „Ja, passen Sie wirklich gut auf!“

Diese Art, wie die beiden das sagten, Gestik und Mimik, berührten mich tief. Sie machten sich tatsächlich Sorgen um mich. Ich, die Person, die in der Uniform steckt. Diesem Menschen sollte nichts passieren.

Solche Worte habe ich sonst zu meinem Partner (sprich einer geliebten Person) gesagt, wenn er in den Dienst bzw. Einsatz ist. Diesmal stammen diese Worte von zwei mir fremden Menschen und sie machen mich sprachlos.

Sprachlos auf eine positive Art, aber dennoch bin ich es für einen Moment.

Irgendwie schon fast traurig, dass man es „gewohnt“ ist, mit den übelsten Schimpfwörtern tituliert zu werden und kaum macht sich jemand bzw. sogar gleich zwei Personen ehrlich Sorgen, ist man sprachlos.

Ich konnte nicht mehr tun, als Ihnen zu versichern, dass ich auf mich aufpassen werde und dass sie auch auf sich aufpassen sollen.