Sprengstoffexplosion in Ansbach: Attentäter tot, zwölf Verletzte

25. Juli 2016 at 15:11

Sprengstoffexplosion in AnsbachBayern kommt nicht zur Ruhe. Gestern Abend kam es am Rande einer Veranstaltung in Ansbach zu einer Sprengstoffexplosion, bei der der Attentäter ums Leben kam und zwölf Menschen zum Teil schwer verletzte.

Auf der dortigen Reitbahn fand am Wochenende das Festival “Ansbach Open” statt. Am gestrigen Abend waren etwa 2.500 Besucher auf dem Veranstaltungsgelände anwesend, als Sicherheitsangestellten gegen 21:45 Uhr ein Mann auffiel, der sich verdächtig verhielt.

Der junge Mann ging eine Weile vor der dortigen Einlassstelle auf und ab und hielt sich anschließend vor einem Weinlokal auf. Laut Zeugen sei es gegen 22:10 Uhr zu einer Explosion gekommen, als der Mann, der einen Rucksack angelegt hatte, sich nach vorne beugte.

Bei dieser Explosion starb der Attentäter und verletzt insgesamt mindestens zwölf Personen, davon drei schwer.

Wie die Polizei Mittelfranken bekannt gibt, sei der Attentäter mittlerweile identifiziert. Es soll sich um einen 27jährigen Syrer handeln, der bereits polizeilich in Erscheinung getreten war und sich zudem schon zweimal versucht hatte das Leben zu nehmen. Sein Asylantrag war abgelehnt worden und er lebte mit asylrechtlicher Duldung in Ansbach.

Das Festival wurde nach der Explosion vorzeitig beendet, starke Polizei- und Rettungskräfte zum Einsatzort entsandt. Eingesetzt waren das Bayerische Landeskriminalamt, die Bayerische Bereitschaftspolizei, Spezialeinsatzkräfte sowie örtliche Feuerwehren und Rettungsdienste.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach gegenüber dem Bayerischen Rundfunk von einem “islamistischen Selbstmordanschlag”, wobei es noch keine Hinweise zur Terrormiliz IS gebe:

“Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat.

Nachdem er einen Rucksack mit Sprengstoff hatte, in dem gleichzeitig auch viele scharfkantige Metallteile gepackt waren, die ja geeignet sind im Zusammenhang mit einer solchen Bombe dann möglichst viele Menschen im Umkreis zu verletzen, müssen wir davon ausgehen dass es keine reine Selbstmordtat war, sondern dass er möglichst viele Menschen mit ins Verderben stürzen wollte.

Das ist die Situation eines typischen Selbstmordanschlags.”

Die weiteren Ermittlungen hat eine Sonderkommission übernommen. Zeugen werden gebeten, eventuell vorhandenes Bildmaterial der Polizei unter rba.mittelfranken@web.de zur Verfügung zu stellen.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6013/3386493

http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/ansbach-explosion-100.html

Wir wünschen den Verletzten schnelle und vollständige Genesung und danken allen Einsatzkräften! Wie durch ein Wunder wurde – bis auf den Attentäter – keine Person getötet.