25 bis 30 Widerstände pro Monat im PP Bochum – Polizei NRW rüstet auf

18. August 2016 at 2:22

Fast täglich WiderständeDie Polizei hat mit fehlendem Respekt zu kämpfen, denn immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Polizisten, oft aus unscheinbaren Situationen heraus und unvermittelt. Deswegen sind solche Fälle nicht vorhersehbar. Aber auch die gestiegene Terrorgefahr stellt die Polizei vor neue Herausforderungen.

Ein Beispiel aus der vergangenen Woche, wo es zwar letzten Endes keine Verletzten gab, welches aber zeigt, wie schwierig die Durchsetzung von Recht und Gesetz geworden ist und wie unnötig solche Übergriffe oft sind.

Im Wittener Stadtteil Annen, im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bochum, wollten vergangene Woche Polizisten einen Mann festnehmen, für den ein Vollstreckungshaftbefehl vorlag. Die Streife hatte den Mann während ihrer Streifenfahrt entdeckt und er war den Polizisten bekannt.

Als die Beamten zur Tat schreiten wollten, wurden sie sogleich von einem halben Dutzend Familienangehöriger des Mannes umringt, die die Festnahme verhindern wollten. Erst nachdem Unterstützung hinzu gerufen wurde und der Pfeffersprayeinsatz angedroht wurde, konnte die Lage bereinigt werden.

Der 29jährige Mann wurde zur Wache verbracht, wo er die ausstehende Summe des Haftbefehls, 650 Euro Geldstrafe, bezahlte und anschließend wieder gehen konnte.

Die Aktion der Angehörigen war also völlig sinnlos, da die Festnahme trotzdem durchgeführt wurde und auch werden musste, und der Festgenommene die Strafe auch bezahlte. Dafür ermittelt die Polizei nun gegen die Familienangehörigen wegen Bedrohung, Beleidigung und versuchter Gefangenenbefreiung.

Es sei nur am Rande erwähnt, dass es sich hierbei und einen Familienclan aus dem Kosovo handelte, denn der Vorfall ist exemplarisch für die Probleme von mangelndem Respekt gegenüber der Polizei, der durch sämtliche Gesellschaftschichten geht.

Der Respekt habe gegenüber früher abgenommen, besonders bei jungen Menschen. Davon könnten insbesondere die Polizisten im Streifendienst, aber auch Bereitschaftspolizisten ein Liedchen singen.

Für das Polizeipräsidium Bochum, zu dem die Städte Witten und Herne gehören, heißt das in Zahlen: jeden Monat begeht das polizeiliche Gegenüber 25 bis 30 Widerstandsdelikte in diesem Jahr; im Schnitt also fast jeden Tag.

Aber nicht jede Respektlosigkeit ist ein Widerstandsdelikt, da bei bei einem Widerstand der Zusammenhang zu einer konkreten hoheitlichen Maßnahme bestehen muss. So kommen hier also noch Beleidigungen, Anspucken und Körperverletzungen hinzu.

Respektlosigkeiten und Widerstandsdelikte, nicht die einzigen Problemfelder der Polizisten auf der Straße. Die gestiegene Terror- und Amokgefahr kommt hinzu und hier möchte das Land Nordrhein-Westfalen etwas tun.

So werden landesweit 10.000 neue Schutzwesten angeschafft, von denen vergangene Wochen die ersten Tausend bereits übergeben wurden. Die Schutzwesten verfügen über eine höhere Schutzklasse, die dem Beschuss von Schnellfeuerwaffen Stand halten sollen.

Die neuen Westen wiegen weniger als acht Kilogramm, sind also etwas leichter als ihre Vorgänger, und sollen den Oberkörper, sowie den Unterleib, besser schützen.

Außerdem soll jeder Streifenwagen mit zwei Maschinenpistolen ausgestattet werden, die über eine Laservisier verfügen sollen. So brauchen die Polizisten nicht mehr durch ein herkömmliches Visier zielen.

Links zum Thema:

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/3400165

http://www.derwesten.de/staedte/witten/polizei-beklagt-fehlenden-respekt-id12097542.html

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/10000-high-tech-schutzwesten-fuer-die-polizei-nrw-aid-1.6170206