Berliner Polizei findet immer weniger Frauen, die bereit sind Polizistinnen zu werden

24. August 2016 at 0:16

Berliner Polizei mit weniger FrauenDie Polizei Berlin hat ein Frauenproblem, allerdings nicht mit den Frauen selbst, oder gar mit einem zu hohen Frauenanteil. Ganz im Gegenteil lassen sich immer weniger Frauen zur Polizistin ausbilden.

Wie eine parlamentarische Anfrage im Senat ergab, ist ein eindeutiger Trend erkennbar. Während z.B. bei der Kriminalpolizei im Jahr 2006 noch 53 Prozent der Neueinstellungen Frauen waren, sind es in diesem Frühjahr nur noch 43 Prozent gewesen.

Noch stärker ist allerdings der Trend bei der Schutzpolizei. Dort sank die Einstellungsquote bei den Frauen von ehemals 36 Prozent auf 16 Prozent. Auch wenn es über die Jahre hinweg immer eine gewissen Schwankung gibt, hat die Polizei hier ein Problemfeld erkannt und möchte dem bei Messen und in der Berufsberatung entgegen wirken.

Die gesunkene Einstellungszahl der Frauen wirkt sich mittlerweile auch auf den Gesamtanteil der Frauen in der Berliner Polizei aus. Dort ist der Frauenanteil seit sechs Jahren rückläufig.

Polizeisprecher Winfrid Wenzel gibt hierzu ein klares Statement ab: “Wir sind selbstverständlich daran interessiert, den Anteil von Frauen zu erhöhen und ihre besonderen und weitreichenden Kompetenzen zum Wohle der Bürger, aber auch der Behörde selbst einzusetzen.”

Doch nicht nur in der Polizei sieht man diesen Trend mit Sorge. Aus der Politik wird kritisiert, dass der Polizeiberuf und die Arbeitszeit teilweise nicht wirklich planbar sei und viele Überstunden angehäuft würden. Außerdem müsste es den Polizistinnen leichter gemacht werden, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen.

Keine Probleme hingegen hat die Polizei in Berlin mit dem Migrantenanteil unter den Neueinstellungen. Hier liegt der aktuelle Anteil bei 30 Prozent für die Kriminalpolizei und bei 27 Prozent für die Schutzpolizei im mittleren Dienst.

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/08/frauen-polizei-berlin-rueckgang.html