Keine Körperverletzung im Amt, kein Schmerzensgeld: Motorradpolizist brach in Notwehr die Nase

3. August 2016 at 22:03

Motorradpolizist brach in Notwehr die NaseDer kürzlich vor dem Amtsgericht in Düsseldorf verhandelte Fall liegt mittlerweile schon fast zwei Jahre zurück. Im Oktober 2014 kontrollierte ein Motorradpolizist eine Autofahrerin. Die Autofahrerin soll herum geschrien haben und den Beamten an der Weiterfahrt versucht haben zu hindern. Dieser befreite sich durch einen Schockschlag ins Gesicht der Frau, wodurch ihre Nase brach.

Die Beweisaufnahme verlief laut Gericht sehr eindeutig, wobei sich die Ereignisschilderung zwischen Zeugen und Autofahrerin unterschied. An besagtem Tag bemerkte der Polizist eine Autofahrerin, die mit ihrem Pkw entgegen einer Einbahnstraße fuhr. Er hielt den Wagen, in dem sich zudem noch drei Kinder befanden, an, um eine Verkehrskontrolle durchzuführen.

Die Frau haben daraufhin wie von Sinnen herum geschrien. Der Polizist habe ihr das im Bußgeldkatalog vorgesehen Verwarngeld von 20 Euro angeboten. Die Frau wollte zunächst nicht zahlen und so habe sich der Polizist wieder zu seinem Motorrad begeben um weiter zu fahren.

Laut Einlassung der Autofahrerin habe sie es sich dann anders überlegt und wollte das Verwarngeld doch zahlen, worauf der Polizist angeblich nicht reagiert habe. “Ich fand es unfassbar, so abgefertigt zu werden”, sagte die Autofahrerin vor Gericht.

Als der Beamte das Polizeimotorrad bereits abgebockt hatte und wegfahren wollte, so die anderen Zeugen, habe die Frau ihn von hinten an der Schulter ergriffen. Der Polizist hatte nun Sorge, mitsamt dem 250 kg schweren Motorrad umzukippen und versetzte der Frau einen Schockschlag ins Gesicht.

Laut Einlassung der Frau, habe sie nur die Hand auf seine Schulter gelegt. Dies bewerteten die Zeugen, die dem Vorfall zugeschaut hatten, wie auch die Staatsanwaltschaft anders. Die Frau habe sich wie ein Kleinkind verhalten und sei vollkommen hysterisch gewesen.

“Die Zeugin wollte ihn dazu zwingen dazubleiben, um die Sache bis Ultimo auszudiskutieren”, so die Anklagevertretung. Der erfahrene Polizist, der bereits seit 1977 seinen Dienst bei der Polizei versieht, gab zu bedenken: “Ich war in einer angreifbaren und verletzbaren Situation”, sagte er vor Gericht. Es sei unklar gewesen, was die Frau als nächstes tun würde.

Die Staatsanwaltschaft plädierte nach der Beweisaufnahme wie folgt: “Eine herzliche Bitte, den Angeklagten freizusprechen.”

Das Urteil:

Das Amtsgericht Düsseldorf sprach den Motorradpolizisten vom Vorwurf der Körperverletzung im Amt frei, da er in Notwehr gehandelt habe. Er drohte mit dem schweren Motorrad umzukippen, er durfte sich also wehren um dies zu verhindern.

Auch stehe der Autofahrerin kein Schmerzensgeld für die gebrochene Nase zu. “Sie wusste schon, dass sie sich nicht richtig verhalten hat”, war die Einschätzung der Richterin über das Auftreten der Autofahrerin vor Gericht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/freispruch-fuer-polizist-der-frau-in-notwehr-die-nase-brach-id12060643.html