Leserbrief von Silvia

7. August 2016 at 14:56

Leserbrief von Silvia

Hallo Polizei-Mensch 🙂

Ich hatte zufällig am Tag der schlimmen Vorfälle in München Euren Account bei Twitter gefunden und folge Euch seit dem dort und auch auf Facebook.

Die 52 Jahre, die mein Leben mittlerweile zählt, habe ich die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Polizisten, auch im näheren Umfeld, gemacht; Die negative Entwicklung, sei es die Zahl von Polizisten reduzieren, Gewalt gegen Polizisten und auch Berichte von Gewalt durch Polizisten.

Ich selbst bin auch in einigen Bereichen als friedliche Aktivistin unterwegs und begegne Euch mit der Wertschätzung und dem Respekt wie jedem anderen Berufsbereich und Menschen allgemein. Darauf wird auch positiv reagiert.

Die negative Entwicklung der Polarisierung, die ich bei Demos und zeitgleichen Gegendemos erlebe, und die Polizisten “dazwischen”, finde ich erschreckend. Das lasse ich einfach mal so stehen.

Wichtig ist mir zu sagen, dass ich es für einen positiven Schritt halte, dass es diese Seite und das Twitter-Account gibt. Denn gerade auch die aktuelle Umfrage, die Ihr eingestellt habt, mit der Ihr Euch als Menschen behauptet und was von Nicht-Polizisten gelesen wird, baut die Beziehung zwischen der Polizei und Menschen wieder auf. Das sehe ich als eine Möglichkeit, dass sich im kleinen aber wachsenden Kreis etwas verbessern kann.

Es wird einige Leute auch zum Nachdenken bringen. Wieder andere werden davon erzählen und auch ihre eigenen, vielleicht neuen oder “alten, wieder ausgegrabenen” Positionen gegenüber der Polizei anderen mitteilen.

Leute mit Rückgrat werden Bekannte, von denen sie wissen, die sich Polizisten gegenüber gewalttätig oder beleidigend verhalten, diese auch mal kritisch darauf ansprechen.

Ich denke, Ihr habt den – guten – Stein ins Rollen gebracht.

Es ist an Euch, Euch, ob über die Gewerkschaft oder auch mal als Zeichen von Widerstand, für eine Verbesserung Eurer Situation einzusetzen. Für uns Bürger ist wichtig, dass wir auch wieder aufstehen für ein lebenswertes und gerechtes Leben.

Auch wir werden zum größten Teil in der Politik nicht mehr gesehen. Da das Thema Sicherheit, was einer Eurer Jobs ist und ein hohes Gut für uns Bürger – also Euch auch 😉 – scheinbar nicht mehr an unseren Bedürfnissen gemessen wird, sollten wir so langsam mal ZUSAMMEN aufstehen und uns dafür wieder einsetzen.

Euren Frust kann ich bestens verstehen, aber für Euch, wie für alle Bürger, gilt meines Erachtens, wir müssen selbst auf uns aufmerksam machen und der Politik wieder klarmachen, dass sie unsere Interessen zu vertreten hat und auch für ein funktionierendes menschliches Miteinander zu sorgen hat.

Dazu gehört auch, dass Polizisten gute Arbeit leisten können und dass auf Gewalt gegen sie entsprechende Konsequenzen zu folgen haben, was auch für gewaltbereite Polizisten gelten muß.

Ich hatte hier irgendwo ein Kommentar gelesen, dass manches an der Judikative hängt. Das sehe ich auch so und erlebe es leider in sehr vielen Bereichen. In unserem Land hat sich vieles verselbständigt und die Zahl an Gesetzen steigt stetig, sie werden aber scheinbar immer seltener umgesetzt …

Ich setze an der Stelle mal einen Punkt und bedanke mich recht herzlich für Eure Arbeit, die Ihr jeden Tag bestmöglichst unter den gegebenen Umständen leistet.

Ich freue mich drauf, wie es hier weitergeht und wie sich das in der Praxis positiv auswirkt.

Herzliche Grüße von Silvia 🙂

Der Leserbrief gibt die persönliche Meinung der Autorin wider.

Wir im Team möchten uns herzlich bei Silvia für ihre lieben und motivierenden Worte bedanken. Das tut richtig gut ☺