Polizei-Menschen: Polizisten kochen für älteres einsames Ehepaar

10. August 2016 at 20:53
Polizisten kochen für älteres einsames Ehepaar

Bild: Polizia di Stato

Es ist Sommer und schwül in Rom (Italien). Jole ist zu Hause, wie jeden Abend. Viel zu lange schon.

Im Fernsehen laufen beiläufig die Nachrichten: Angriffe, missbrauchter Kinder in einem Kindergarten… Jole fragt sich, warum so viel Böses gezeigt wird… Aber der Fernsehsender ist ein Unternehmen.

Auch zusammen mit Michele sind die Abende einsam. Michele, 94, ist ihr Mann, schon seit fast siebzig Jahren. Sie, 89 Lenze alt, hätte viel zu erzählen! Aber wem?

Es ist so, dass niemand sie besuchen kommt. Es ist nicht immer leicht, das Leben. Vor allem, wenn die Stadt leer ist und die Nachbarn im Urlaub sind.

Manchmal lösen sich in der Einsamkeit die Tränen. Manchmal ist es wie ein Sommergewitter. Es kommt plötzlich und überwältigt sie.

Jole und Michele lieben sich. Aber wenn die Einsamkeit eine Belastung für das Herz ist, kann es passieren, dass sie die Hoffnung verlieren. Es kann passieren, wie dieses Mal, dass sie ihre Verzweiflung hinaus schreien, so laut, dass schließlich jemand die Staatspolizei (Polizia di Stato) informiert.

Es war kein Verbrechen geschehen. Jole und Michele sind nicht Opfer von Betrügereien geworden, wie es so oft bei alten Menschen passiert. Und Diebe waren auch keine im Haus. Es gab niemanden zu retten.

Diesmal gab es für das junge Einsatzkommando keine schwierige Aufgabe zu lösen. Es gab nur zwei einsame Seelen, die beruhigt werden mussten. Die Wohnung sagt alles über das lange Leben der alten Leute aus und die Trostlosigkeit.

Die Polizisten sind erfüllt von Mitleid und mit Zärtlichkeit. Sie verstehen. Es gibt keine Formulare auszufüllen. An diesem Abend werden die üblichen Codes nicht benötigt.

Es braucht Menschen, hier und jetzt.

Und während sie auf den Krankenwagen warten, um sicherzugehen, dass es dem Ehepaar gut geht, geben sie ein wenig “menschliche Wärme”, um die Ruhe zwischen Jole und Michele wieder herzustellen.

Sie fragen um Erlaubnis zur Speisekammer zu gehen und improvisieren dann ein kleines Abendessen. Ein Teller Pasta mit Butter und Käse. Nichts Besonderes.

Aber mit einem wertvollen Bestandteil: Menschlichkeit.

Andrea am Herd und Alessandro, Ernesto und Mirko, zwei neue Freunde, die für Unterhaltung sorgen.

An diesem Abend war es wie ein Familienabendessen! Obwohl, das ist es immer und ist es jedes Mal, wenn jemand um Hilfe bittet.

Aus dem italienischen Original sinngemäß übersetzt: https://www.facebook.com/questuradiroma/posts/1014697258638294