Verfahren eingestellt: Tödlicher Schusswaffengebrauch in Ludwigshafen war rechtens

10. August 2016 at 17:49

Verfahren in Ludwigshafen eingestelltAnfang Mai dieses Jahres berichteten wir über einen Messerangriff auf Polizisten in Ludwigshafen. Einer der Polizisten wurde schwer verletzt, sein Kollege setzte daraufhin die Dienstwaffe ein und traf den Angreifer tödlich.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat nun bekannt gegeben, dass sie nach Abschluss der Ermittlungen das Verfahren gegen den Schützen eingestellt hat.

Demnach haben zahlreiche Zeugen den Vorfall am Berliner Platz beobachtet. Nachdem die Spuren ausgewertet, die Zeugen und die Polizisten vernommen worden waren, zeigte sich folgender Geschehensablauf:

Unvorhersehbar und ohne nachvollziehbaren Grund habe der obdachlose 42jährige Angreifer die Polizisten mit einem Messer angegriffen und einem der Beamten schwere Verletzungen im Gesicht zugefügt. Dann sei der Angreifer auf den zweiten Polizisten los gegangen.

Der zweite Polizist habe daraufhin zur Dienstwaffe gegriffen und zunächst mehrere Warnschüsse abgegeben, die jedoch ohne Wirkung blieben. Dann schoss der Beamte dem Angreifer mehrfach auf die Beine, was ebenso ohne Reaktion auf Seiten des Angreifers blieb.

Die Staatsanwaltschaft führt aus, dass dem Polizisten überhaupt keine andere Möglichkeit blieb, als die tödlichen Schüsse abzugeben. Nur auf diese Weise habe er den Angriff des 42jährigen abwehren und sein eigenes Leben schützen können. Zehn Schüsse habe der Polizist aus seiner Waffe abgegeben, von denen sieben den Angreifer trafen.

Aus diesem Grunde kommt die Staatsanwaltschaft zum dem Entschluss, dass die tödlichen Schüsse unter Notwehr fielen und damit gerechtfertigt waren. Das Verfahren gegen den Polizisten, der die tödlichen Schüsse abgab, wurde eingestellt.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/ludwigshafen/staatsanwaltschaft-frankenthal-toedliche-schuesse-waren-notwehr/-/id=1652/did=17929010/nid=1652/ghxmtc/index.html

Für den Kollegen auf jeden Fall eine erleichternde Nachricht, dass er rechtmäßig gehandelt hatte.

Wir wünschen beiden Kollegen eine gute Verarbeitung des Vorfalles und die notwendige Unterstützung hierzu. Dem damals schwer verletzten Kollegen wünschen wir weiterhin eine vollständige Genesung!