Versuchtes Tötungsdelikt: Mann gelangt an Dienstwaffe, zielt und drückt ab

16. August 2016 at 21:16

Versuchtes Tötungsdelikt in WaldershofGestern Morgen rief eine Frau aus Waldershof gegen 08:45 Uhr bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Hochfranken in Hof an. Sie gab an von ihrem Mann mit einem Messer bedroht worden zu sein. Die ILS unterrichtete das zuständige Polizeipräsidium Oberpfalz über diese Mitteilung, welche zwei Streifen zum Einsatzort entsandte.

Hierbei wurde eine eigene Streife durch eine weitere von der Polizeiinspektion Marktredwitz, welche dem Polizeipräsidium Oberfranken zugeordnet ist, unterstützt. Die Oberfränkische Streife traf als erste am Einsatzort ein, betrat das Wohnhaus und befragte anschließend die Ehepartner getrennt voneinander zum Vorfall.

Plötzlich attackierte der 58jährige Ehemann den 59jährigen Polizisten. Im folgenden Gerangel gelangte der Täter an die Dienstwaffe des Polizisten, nahm sie an sich, zielte auf den Polizisten und betätigte den Abzug. Es löste sich jedoch kein Schuss.

Die beiden Polizisten konnten dann den Täter gemeinsam überwältigen und festnehmen. Bei dem Gerangel wurde der 59jährige Polizist an der Hand verletzt, konnte jedoch nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Auch der Festgenommene erlitt leichte Verletzungen am Kopf und wurde nach ambulanter Behandlung in den Polizeigewahrsam verbracht, wo er auf die Vorführung beim Haftrichter wartete.

Die Kriminalpolizei ermittelt in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden nun wegen eines versuchten Tötungsdeliktes zum Nachteil des Polizisten. Die Spurensicherung versucht nun unter anderem auch zu klären, wie der Täter an die Dienstwaffe gelangen konnte.

https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/news/presse/aktuell/index.html/246376

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, wurde am heutigen Tage Haftbefehl gegen den 58jährigen Täter erlassen.

Laut Norbert Hartl, Sprecher im Polizeipräsidium Oberpfalz, löste sich nach bisherigen Erkenntnissen nur deshalb kein Schuss als der Täter abdrückte, “weil die Pistole nicht entsichert war”.

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/tirschenreuth-schuesse-polizist-100.html

Inspektionsleiter Robert Roth, der sich betroffen über diesen Gewaltexzess gegen einen seiner Beamten zeigte, war glücklich darüber, dass nicht mehr passierte. Er sagte gegenüber der Frankenpost:

“Aber eines ist klar: Der Beruf des Polizisten ist gefährlich, leider auch in einer Kleinstadt. Weit schlimmer als die körperlichen Folgen sind aber in der Regel die seelischen.”

http://www.frankenpost.de/regional/oberfranken/laenderspiegel/Waldershofer-wollte-Polizisten-erschiessen;art2388,5027061

Wir wünschen dem Kollegen, dass er diese schlimme Situation, in der er gewiss Todesängste durchlebt haben dürfte, bald verarbeitet bekommt und er hierzu alle notwendige Unterstützung erhält!